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Den Hainewalder Schloss-Fledermäusen geht es gut

Der Förderverein ist überzeugt, dass die Tiere keinen Schaden genommen haben. Zuvor hatte sich eine Einwohnerin besorgt gemeldet.

© dpa

Von Jan Lange

Hainewalde. Besorgt schrieb vor einigen Tagen eine Hainewalderin der SZ, dass sie seit geraumer Zeit keine Fledermäuse rund um das Schloss entdeckt habe. Überall am Weinberg, der Kleinen Seite und besonders der Talstraße konnte sie zuvor die fliegenden Säugetiere bei ihrem Treiben beobachten. Als Grund, dass sie zuletzt keine einzige Fledermaus mehr gesehen habe, vermutet die Tierliebhaberin das jüngste Schlossfest. In der Nähe der Fledermausniederlassung hätten über Tage und Nächte Zelte gestanden, und auch Hunde habe sie an einem Abend gesehen. Sie hofft, dass die kleinen Flieger nicht zu Schaden gekommen sind.

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Dass es den Fledermäusen im Schloss gut geht, davon ist Jan Zimmermann, Vorsitzender des Schlossvereins, überzeugt. Denn auch in den Vorjahren haben, so erklärt er, beim Schlossfest die Zelte an der alten Orangerie gestanden. Auch da hätten die Fledermäuse keinen Schaden genommen. Der Schutz der nachtaktiven Flieger sei ihm wichtig, betont er. In seiner eigenen Scheune gebe es ebenfalls Fledermäuse. Dort laufe immer wieder mal die Kreissäge, und das habe die kleinen Säugetiere bisher nicht gestört. Deshalb kann er sich auch nicht vorstellen, dass die Fledermäuse im Schloss durch die Musik beim Schlossfest belästigt wurden. „Sie hängen auch im Glockenturm, wo sie einiges aushalten müssen“, sagt der Vereinschef.

Im Frühjahr finden sich die Fledermaus-Weibchen zu Gesellschaften zusammen, den sogenannten Wochenstuben, in denen sie ihre Jungen zur Welt bringen. Männchen finde man meistens alleine außerhalb der Wochenstuben, weiß Jan Zimmermann, der Ökologie und Umwelt studiert hat. Störungen in der kalten Jahreszeit, während des Winterschlafs, seien nach seinen Worten schlimmer. Das könne dazu führen, dass die Tiere kaputt gehen. Fledermäuse dürfen auch nicht einfach so an andere Orte versetzt werden, erklärt Zimmermann. Das dürfe nur in extremsten Notfällen passieren, wenn beispielsweise ein Gebäude, in dem die Fledermäuse hausen, einsturzgefährdet ist.

Dass den Hainewalder Schlossverein die Fledermäuse am Herzen liegen, zeigt auch die Tatsache, dass es die Tierchen als Kuscheltiere mit Pflegeanleitung im Souvenirverkauf gibt. „Wir wollen so den Artenschutzgedanken weitertragen“, sagt Jan Zimmermann. (SZ/jl)