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Den Jägern fehlt der Nachwuchs

Der Wolf ist einmal mehr das bestimmende Thema auf dem Kreisjägertag. Dabei gibt es auch andere Probleme.

Von Bernhard Donke

Wie stehen die Jäger zum Wolf? Auf diese Frage hat auch der Kreisjägertag 2014 keine abschließende Antwort geliefert. Zwar wird das Raubtier von der Mehrheit der Männer und Frauen nicht verdammt. Aber der von Versammlungsleiter Axel Christian und dem Vorsitzenden des gastgebenden Kreisjagdverbandes Christian Berndt vorgetragene Jahresbericht zum Wolf fällt dann doch sehr kritisch aus.

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© picture alliance / dpa

Einem „Willkommen ohne Wenn und Aber“ widersprechen die Jäger und üben so auch Kritik an Politik und Wolfsbefürwortern. Dabei spielt die Oder-Neiße-Grenze eine wichtige Rolle. Sie spalte die Population zwar rechnerisch, biologisch mache die Markierung aus Sicht der Jägerschaft des Kreisverbandes aber sehr wenig Sinn. Daher brauche es aus ihrer Sicht unbedingt neue grenzübergreifende Regeln, um eine unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe zu verhindern. Das werde aber nur gemeinsam mit der Politik, den Wolfsbefürwortern, Naturschützern, Landwirten und nicht zuletzt den Jägern selbst gelingen. „Wir verlangen von allen Akzeptanz und Offenheit, eine kritische wissenschaftliche Arbeit und Erhebung zum Wolf in Deutschland. In die auch die von mehreren Kreisjagdverbänden in Sachsen gegründete Arbeitsgruppe Wolf mit einbezogen werden soll“, betont Christian Berndt. Dem Raubtier wird einmal mehr viel Aufmerksamkeit zuteil. Daran erinnert auch SPD-Politiker Thomas Jurk. Der Bundestagsabgeordnete ist einer der Gäste im Nieskyer Bürgerhaus. „Ich sehe die überhöhte mediale Bewertung des Wolfes kritisch, denn es gibt noch andere, sehr wichtige Probleme beim Tier- und Naturschutz in unserem Land. Dabei ist die allgemein verbreitete Wildschweinplage sicher auch eine davon, unter der die Landwirte genauso leiden wie die Jägerschaft“, sagt Thomas Jurk.

Zu diesen Problemen zählt auch die sich langsam unserer Region nähernde „Afrikanische Schweinepest“. Zu dieser Krankheit betont Amtstierarzt Dr. Ralph Schönfelder, dass sich die für den Menschen ungefährliche, aber für die Wild- und Hausschweine tödlich verlaufende Krankheit bis nach Polen vorgearbeitet hat.

Selbstkritisch bewertet der Verbandsvorsitzende die altersmäßige Entwicklung der Mitglieder des Kreisjagdverbandes. Derzeit sind 112 von 319 Mitgliedern des Verbandes älter als 65 Jahre. Der größte Teil der Mitglieder befindet sich im Alter zwischen 50 und 65 Jahren. Nachwuchs hingegen ist rar. Lediglich 46 Mitglieder des Kreisjagdverbandes sind jünger als 35 Jahre. Anhand dieser Zahlen wird ersichtlich, dass die Jäger in den kommenden Jahren dringend Nachwuchs gewinnen müssen.