SZ +
Merken

Den passenden Beruf im BIZ-mobil finden

Karriere. Drei Wochen lang macht jetzt das Info- Zentrum der Agentur für Arbeit im Kulturhaus Station. Vor allem Schulklassen nutzen es.

Teilen
Folgen

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Einen besseren Zeitraum konnte es für die Schüler der 9 c aus der Großenhainer Mittelschule am Schacht fast nicht gegen. Soeben haben sie ein zweiwöchiges Praktikum in Betrieben hinter sich, konnten mal die Luft der Arbeitswelt schnuppern. Schon ist ein Besuch im BIZ-mobil der Arbeitsagentur angesetzt, um die Berufswahl zu unterstützen.

„Etwa die Hälfte der Schüler hat schon einen gefestigten Ausbildungswunsch“, sagt Klassenleiterin Gabriele Ibrahim. Die andere Hälfte sei noch unschlüssig. Oder musste erkennen, dass mit ihrem Notendurchschnitt oder ihrer Arbeitseinstellung der Traumjob nicht zu haben ist. „Umso besser eure Noten sind, umso bessere Chancen habt ihr auch“, wiederholt Mitarbeiter Frank Becher vom Berufsinformationszentrum (BIZ) bei jeder neuen Schülergruppe. 17 Klassen hat er für die drei Wochen im Großenhainer Kulturzentrum Schloss im Plan.

Voraussetzungen erforschen

Unmotiviert abwarten, was kommt, ist nichts für Martin Schmidt. Der 14-jährige Blatterslebener war bei einem Steuerberater im Praktikum, hat dort unter anderem Papiere einsortiert. „Er wurde sehr gut beurteilt“, lobt Lehrerin Ibrahim. Und auch Martin fand soviel Gefallen an dem Job, dass er sich nun genauer erkundigt: Welche Voraussetzungen brauche ich für die Arbeit in einem Steuerbüro? Muss ich dafür das Abitur machen?

Ein paar Computer weiter klickt sich Mitschülerin Anne Forberger durch die Internetseiten. Sie möchte vielleicht Tanzlehrerin werden. „Das macht bestimmt Spaß, sieht im Fernsehen jedenfalls immer gut aus“, meint die 14-jährige Priestewitzerin. Eine Ausbildung wäre zum Beispiel in Berlin möglich, findet sie mit Hilfe von Berufsberaterin Anett Schaal heraus. Und wenn das doch nicht klappt, käme auch ein medizinischer Beruf in Frage. Auch Annes Praktikumsbeurteilung fiel sehr positiv aus.

Tägliche Aktualisierung

Videos, Dia-Serien, Hörprogramme stellen im BIZ-mobil zahlreiche Berufe anschaulich vor. Mappen und die täglich aktualisierten Computerprogramme helfen den Schülern darüber hinaus, Interessen zu erkennen und Informationen zu sammeln. Und beileibe nicht nur Schülern. „Alle Altersgruppen können sich bei uns kostenlos informieren“, sagt Beraterin Anett Schaal. Manche Schüler oder Erwachsene würden auch einzeln kommen. Bewerbungen zu schreiben geht diesmal allerdings nicht mehr. „Das Angebot wurde in der Vergangenheit wenig genutzt“, so Frank Becher.

Eine häufig gestellte Frage ist die nach der Entlohnung. Sie zu beantworten, fällt den Berufsberatern nicht immer leicht. Eine Schülerin scheint es aber schon genau zu wissen, denn sie möchte Hartz-Empfängerin werden. Hoffentlich nur im Scherz. Gabriele Ibrahim sieht jedenfalls ihre Schützlinge als zumeist hoffnungsvoll an: „So mancher will auch sein zweites Schulpraktikum in dem gleichen Betrieb machen, um sich zu empfehlen.“