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Denkmalamt für einen Schlosspark nach historischem Vorbild

Die Behörde lehnt eine geänderte Wegeführung ab. Jetzt muss Wachau neu planen.

Von Thomas Drendel

Die Vorbehalte des Denkmalamtes zu den Wiederaufbauplänen des Wachauer Schlossparkes sind größer als angenommen. Nach Angaben des Wachauer Bürgermeisters muss sich die Gemeinde strikt an das historische Vorbild halten, sonst werde es keine Zustimmung der Behörde geben. „Insbesondere soll die Wegeführung der damaligen entsprechen. Sonst wird es keine Genehmigung des Denkmalamtes geben“, sagte der Bürgermeister.

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Gerade dieser Punkt war bei der Abstimmung über das Projekt Ende vergangenen Jahres auf Widerstand einiger Gemeinderäte gestoßen. Steffen Jakob von der Offenen Bürgerliste (OBL) sprach sich damals für einen Bürgerpark aus. „Wenn wir uns an den historischen Plänen orientieren, werden die in jüngerer Zeit gewachsenen Wegebeziehungen nicht beachtet. Man kann nicht einfach Zäune aufstellen, wo jetzt Wege sind“, sagte er. Daraufhin waren die Wege gegenüber den historischen Vorgaben leicht verändert worden. Nach dem Einspruch des Denkmalamtes muss das Planungsbüro einen neuen Entwurf vorlegen. „Außerdem werden wir das Thema erneut im Gemeinderat besprechen. Es wird dazu auch einen neuen Beschluss geben müssen“, sagte der Bürgermeister.

Ausgangspunkt waren Pläne des Büros Schubert. Die Gemeinde Wachau hatte sie erarbeiten lassen, um nicht jede Baumpflanzung in dem Park einzeln beantragen zu müssen. Landschaftsarchitektin Susann Becker vom Büro Schubert orientierte sich bei ihrem Entwurf an den Vorlagen des königlich sächsischen Gartenbaudirektors Max Bertram von 1891. Er entwarf einst den Park. Für einen kompletten Wiederaufbau müssten nach den Recherchen von Susann Becker 62 Bäume neu angepflanzt werden. Hinzukommen rund 1 800 Sträucher. Knapp 334 000 Euro soll nach Schätzungen von Susann Becker der Wiederaufbau des Wachauer Schlossparkes kosten. Der Park war beim Tornado 2010 verwüstet worden. Noch im gleichen Jahr hatte die Offene Bürgerliste (OBL) zur Wiederaufforstung aufgerufen. Im Frühjahr 2011 wurde gemeinsam vom Ortschaftsrat und Heimatverein Wachau zu zwei Arbeitseinsätzen aufgerufen. 2012 hatte sich der Wachauer Ortsvorsteher Michael Eisold (CDU) erneut mit einem Spendenaufruf an die Wachauer Einwohner gewandt. Die Beteiligung war groß.