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Pflege für Grabplatten aus dem Mittelalter

Restauratoren reparieren und konservieren Freitals mittelalterliches Erbe. Aber etwas fehlt noch.

Hinter der Lutherkirche in Freital-Döhlen befindet sich die Denkmalhalle mit den Grabplatten.
Hinter der Lutherkirche in Freital-Döhlen befindet sich die Denkmalhalle mit den Grabplatten. © Annett Heyse

19 historische Grabplatten, die in einer offenen Halle hinter der Döhlener Kirche hängen, werden derzeit repariert und konserviert. Die Arbeiten wurden vor Kurzem wieder aufgenommen, nachdem die Restauratoren bereits vor zwei Jahren damit begonnen hatten.

Es ist Freitals mittelalterliches Erbe, dass von den Experten nun herausgeputzt wird. Die Platten zierten einst Gräber im Innenraum der alten Döhlener Kirche. Sie reichen zurück bis ins Jahr 1356. Damals wurde eine Barbara Küchenmeister in der Döhlener Kirche beerdigt. Die jüngste Grabplatte wurde 1769 gemeißelt, als ein M.J. von Polenz starb. Als die Kirche Ende des 19. Jahrhunderts einem Neubau wich, wurden die Grabsteine ins Freie gestellt - und litten. 

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Max Freiherr von Burgk ergriff schließlich die Initiative zur Rettung und ersann den Bau einer offenen Halle für die Grabplatten. Finanzielle Unterstützung kam sogar vom russischen Zaren Nikolaus II. Denn dessen Vorfahrin Zarin Katharina II. von Russland, Regentin von 1762 bis 1796, stammte über mehrere Generationen von einer Familie Zeutsch ab. Die Zeutschs wiederum waren Besitzer des Döhlener Ritterguts und bekamen ebenfalls Grabplatten, als sie beigesetzt wurden. 

Doch trotz der Halle verwitterten die Platten weiter. Einige Reparaturen wurden zwar ausgeführt, allerdings aus heutiger Sicht unsachgemäß. Eberhard Kammer, Heimatforscher und Denkmalschützer aus Pesterwitz, ergriff vor gut drei Jahren die Initiative und begann, Geld für eine umfassende Sanierung der Grabplatten zu sammeln. Ziel ist es, die Inschriften und Reliefs wieder sichtbar zu machen, Schadstellen maßvoll zu reparieren und alle Platten nach neuen Erkenntnissen zu konservieren. 

Das kostet Geld. Um die 50.000 Euro werden insgesamt gebraucht, einen Teil konnten Kammer und die Kirchgemeinde bereits einwerben. Gesammelt wird weiterhin, damit die Arbeiten im nächsten Jahr, wenn Freital 100 Jahre alt wird, abgeschlossen werden können.

Wer spenden möchte: Kassenverwaltung Pirna, IBAN DE 11 3506 0190 1617 2090 27, Verwendungszweck RT0852 Denkmalhalle

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