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Denkmalschutzamt weist Vorwürfe zurück

Das Landratsamt kann sich die extreme Teuerung für den Bau der Schlossmauer nicht erklären.

Von Antje Steglich

„Die Vorwürfe und Verdächtigungen des Gemeinderates Nünchritz gegenüber der Denkmalschutzbehörde entbehren jeder Tatsache.“ Das erklärte gestern Dr. Andreas Christl, Leiter der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Meißen, und reagiert damit auf den SZ-Beitrag „Luxus-Putz verärgert die Gemeinde“ vom Mittwoch. Hintergrund ist die Sanierung der Schlossmauer an der Forststraße in Diesbar-Seußlitz. Dafür hat die Untere Denkmalschutzbehörde laut Gemeindeverwaltung einen Spezialputz – und den gibt es nur bei einem Anbieter in Bayern – gefordert, der die Kosten um etwa 60 000 Euro in die Höhe treibt.

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„Wir haben zu keinem Zeitpunkt den Mörtel eines speziellen Herstellers gefordert“, sagt dagegen Andreas Christl. Es sei lediglich ein traditioneller Kalkmörtel zum Setzen der Bruchsteine abgestimmt worden. Das sei ein „weicher“ Mörtel, wie er auch historisch zum Natursteinmauerbau verwendet wurde. Er gleiche Spannungen besser aus, wodurch es langfristig sogar zu weniger Schädigungen an der Mauer komme. „In unserem Bescheid steht lediglich,“ erklärt Christl weiter, „dass vor dem Aufsetzen der neuen Natursteinmauer eine Musterfläche anzulegen und vom Denkmalschutz bestätigen zu lassen ist. Dazu gehören neben dem Steinmaterial, die Versetzart, die Fugenstruktur wie auch der Mörtel, mit dem das Mauerwerk errichtet wird. Zu dieser Bemusterung wurden wir zu einem späten Zeitpunkt eingeladen.“

Der konkrete Produktvorschlag für den Versatzmörtel sei sogar von der Baufirma gekommen. „Über den gigantischen Mehraufwand, den der durch unsere Behörde empfohlene Mörtel verursacht, wurden wir von der Bauherrschaft nicht informiert und es wurde mit uns auch keine preiswertere Alternative besprochen“, kritisiert der Amtsleiter. Seine Behörde rechnet zudem vor, dass für die 60 000 Euro bei der 35 Meter langen Mauer „pro laufendem Meter 146 Sack Mörtel oder 5,8 Tonnen verbaut werden“ müssten. „Daraus ergibt sich für uns die Frage, woher kommt der Mehraufwand von 60 000 Euro?“, so Christl.