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Denkwürdige Ausgabe des Almanachs

SZ-Leser Dr. Eberhard Körner aus Großröhrsdorf hat sich die Sonderausgabe des Lausitzer Almanachs näher angeschaut. Er schreibt unter anderem: Wenn derzeit auch kaum an den Tag der Befreiung (8. Mai 1945) erinnert wird, kommt gerade die letzte Publikation aus Kamenz zur rechten Zeit.

SZ-Leser Dr. Eberhard Körner aus Großröhrsdorf hat sich die Sonderausgabe des Lausitzer Almanachs näher angeschaut. Er schreibt unter anderem:

Wenn derzeit auch kaum an den Tag der Befreiung (8. Mai 1945) erinnert wird, kommt gerade die letzte Publikation aus Kamenz zur rechten Zeit. 26 Autoren und über 30 Aussagen von Zeitzeugen be- richten und schreiben über das Blut, das in den April- und Maitagen in der Lausitz 1945 geflossen ist, ungeachtet der weiteren materiellen Verluste und Schäden hierzulande. Dies alles noch einmal (objektiv, kritisch) einzufangen, darzustellen, gehört zu den hauptsächlichen Aufgaben des Autorenkreises „Lausitzer Almanach“ unter der Ägide von Dr. Dieter Rostowski, ein kompetenter Kenner der Materie. Immer auf der Höhe der Zeit stehend, sind es hier vor allem regional-historische Fakten zu Kampfhandlungen beider Kräftegruppierungen in heimatlichen Orten, Dörfern und Städten des Altkreises Kamenz und anderswo. Hervorzuheben ist, dass mit dieser Buchausgabe die Kriegsverbrechen auf beiden Seiten der Front schonungslos offengelegt werden, so die Herausgeber. Bei der umfassenden Bewertung solcher und ähnlicher Angaben sollte stets (ohne Aufrechnung in diesem Falle) gefragt werden, wer bzw. welche Kräfte diesen unheilvollen Weltbrand ausgelöst haben. In unserer gemeinsamen Zukunft der europäischen Völkergemeinschaft heißt das im Grunde genommen, Versöhnung über alle Gräben (Gräber) hinweg! Das nicht zu vergessen, ist wichtige Erkenntnis und Lehre! Dem interessierten Leser wird es nicht entgehen, dass die Arbeit auf konkreten Tatsachen beruht. Die tiefgehende Anschaulichkeit gehört zur direkten Berührung und persönlichen Anteilnahme beim Lesen der Aufzeichnungen. Aus unterschiedlicher Sichtweite und differenzierter literarischer Form sind die Autoren bemüht, eine durchaus kritisch-objektive Bestandsaufnahme zu machen, dazu beizutragen, Erkenntnisse und Lehren zu ziehen sowie Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensweisen im Hinblick auf unsere neue demokratische Ordnung auszuprägen. So berichtet der ehemalige Großröhrsdorfer Christian Müller als Zeitzeuge über „Meine Erinnerungen an Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Einquartierungen in Großröhrsdorf im Zweiten Weltkrieg“. Auch ein Kapitel der Orts- und Heimatgeschichte, das nicht vergessen werden sollte. Dieter Rostowski meldet sich mit einem Artikel „Über einen Zeitzeugen: Hitler und sein Krieg raubten mir meine Jugend“ über den weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannten, bereits verstorbenen Ehrenbürger der Stadt, Karl Puschmann, zu Wort. Seine Erlebnisse reihen sich in die Gesamtzusammenhänge dieser Jahre folgerichtig ein. Es erübrigt sich hier, auf seine herausragenden Untersuchungen und Forschungen zu F. E. Praßer nochmals aufmerksam zu machen. Wenn sich ein ehemaliger Schüler wie Rolf Mierisch heimatkundlichen Forschungen („Wie ich als elfjähriger Junge das Kriegsende 1945 in Elstra erlebte“) widmet, kann doch ein ehemaliger Pädagoge auch stolz sein. Ein Gedanke zum Abschluss: Diese Arbeiten sollten vor allem den Jüngeren dienen, Vergangenes zu verarbeiten, aufzunehmen und im Sinne unserer sittlich-moralischen Grundhaltungen durchzusetzen.

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