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Der Abstand macht den Unterschied

Die Coswiger Börse will wieder durchstarten. Die jüngste Corona-Verordnung bietet Raum dafür. Das Problem dabei ist, die exakten Vorgaben fehlen.

Wie eng beieinander dürfen in Veranstaltungsräumen wie der Coswiger Börse nach der aktuellen Corona-Verordnung die Stühle der Besucher stehen? Thomas Kretschmer und Christiane Böttger warten auf die Bestätigung der Hygienekonzepte.
Wie eng beieinander dürfen in Veranstaltungsräumen wie der Coswiger Börse nach der aktuellen Corona-Verordnung die Stühle der Besucher stehen? Thomas Kretschmer und Christiane Böttger warten auf die Bestätigung der Hygienekonzepte. © Arvid Müller

Am 8. September soll es im großen Saal der Börse die erste Veranstaltung seit der Zwangspause Mitte März geben. Der Gast des Abends verspricht normalerweise ein volles Haus. Wie voll es werden darf, ist gut sechs Wochen vor dem Auftritt von Tom Pauls allerdings trotz der seit vergangenen Sonnabend geltenden neuen Corona-Verordnung des Freistaates nicht ganz klar.

„In dieser heißt es lediglich, dass die Abstände zwischen den Besuchern verringert werden dürfen“, sagt Thomas Kretschmer, Geschäftsführer der städtischen Kulturbetriebsgesellschaft Meißner Land. Damit scheint sicher zu sein, dass die bisher gültigen 1,50 Meter zwischen Personen unterschiedlicher Hausstände passé sind. „Ob stattdessen nun ein Meter, 50 Zentimer oder gar kein Abstand mehr einzuhalten ist, lässt sich daraus nicht ableiten.“ Auch das Gesundheitsamt des Landkreises, das ein entsprechendes Hygienekonzept bestätigen muss, wisse es nicht genau.

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„Wenn wir jetzt in die Werbung gehen und unser Programmheft drucken wollen, brauchen wir aber Klarheit“, sagt Thomas Kretschmer weiter. Das gilt auch für die Villa Teresa, in der bereits seit Mitte Juni mit eingeschränkter Besucherzahl und gastronomischer Versorgung ausschließlich im Freien klassische Musik geboten wird. „Der Gast vertraut darauf, dass wir uns Gedanken gemacht haben, dass er gesund wieder nach Hause kommt“, sagt Villa-Chefin Christiane Böttger. Das solle auch im Programmheft nachzulesen sein. „Darum brauchen wir klare Aussagen.“

Und natürlich auch um nicht mehr oder weniger Karten für die Veranstaltungen anzubieten, als möglich sind. Thomas Kretschmer rechnet vor: „Normalerweise können wir im großen Börse-Saal 650 Stühle stellen. Bei 1,50 Meter Abstand sind es nur 200.“ Was nicht ausreiche, um wirtschaftlich Veranstaltungen durchzuführen. „Können wir auf einen Meter reduzieren, sind es dagegen rund 300 Plätze und bei 50 Zentimeter sogar 450.“ Ein großer Unterschied.

Eine Forderung der aktuellen Corona-Regeln ist, dass bei einer Verringerung des 1,50-Meter-Abstandes eine Kontaktnachverfolgung der Veranstaltungsbesucher möglich sein muss. Darauf hat die Kulturbetriebsgesellschaft bereits reagiert. „Wir haben auf unserer Internetseite eine entsprechende Onlineregistrierung programmieren lassen“, sagt der Geschäftsführer. „Dort werden Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und die Nummer des Tickets erfasst und vier Wochen nach der Veranstaltung gelöscht.“ Die Bestätigung der Registrierung kann zum Vorzeigen am Einlass ausgedruckt oder auf dem Handy gespeichert werden. „Wem das nicht möglich ist oder wer Karten erst an der Abendkasse kauft, kann ein Formular dann auch noch in der Börse oder in der Villa ausfüllen“, ergänzt Thomas Kretschmer.

Parallel zur Vorbereitung und zum Start des zweiten Veranstaltungshalbjahres gilt es aber auch noch ein anderes logistisches Problem zu meistern. „Wir haben uns im Mai um Geld aus dem Bundesprogramm Neustart Kultur beworben und in den vergangenen Tagen die Zusage für den höchstmöglichen Förderbetrag von 50.000 Euro bekommen“, sagt der Geschäftsführer. Für das Geld sollen zur Verbesserung der hygienischen Bedingungen beide Häuser unter anderem mit kontaktlosen Armaturen im Sanitärbereich ausgestattet werden. „Außerdem wollen wir von dem Geld auch Technik für Videokonferenzen anschaffen“, ergänzt Thomas Kretschmer.

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