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Der Amtsinhaber will in die zweite Runde

Thomas Polpitz hat in seiner ersten Amtszeit als Bürgermeister viel gelernt. Das will er in den nächsten Jahren nutzen.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Er war schon ein wenig blauäugig damals, sagt Thomas Polpitz. „Man will viel bewegen, aber allen recht machen kann man es nicht.“ Durchaus kritisch schaut der 44-Jährige auf seine erste Amtszeit als Bürgermeister von Obergurig zurück.

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Während sein Vorgänger Harald Bayn noch im Hauptberuf die Geschicke der Gemeinde lenkte, ist diese Aufgabe seit sieben Jahren nur noch ein Ehrenamt. Anfangs ging Polpitz davon aus, es dank freier Zeiteinteilung ganz gut mit seiner Arbeit als Versicherungsmakler unter einen Hut bringen zu können. Doch 2009 gab er seine Selbstständigkeit auf, seitdem ist er für 20 Stunden in der Woche bei der Gemeinde Großpostwitz angestellt, die auch die meisten Verwaltungsaufgaben für Obergurig mit übernimmt.

Berufsbegleitend hat er sich in den letzten drei Jahren zum Kommunalwirt weitergebildet und dafür durch viele Ordner Gesetzestexte und Verwaltungsvorschriften durchgearbeitet. „Man wird ja nicht als Bürgermeister geboren“, begründet der Singwitzer, warum er das Studium in Angriff genommen hat. Auch nach sieben Jahren im Amt sehe er sich immer noch in der Lernphase. Sollte er wiedergewählt werden, hat er sich vor allem eins vorgenommen: aktiver mit dem Gemeinderat zusammenzuarbeiten. Einige Räte hatten unter anderem beim Bau des neuen Kindergartens kritisiert, dass sie nicht genügend einbezogen werden. Mancher hat Polpitz wohl auch übel genommen, dass er 2012 in die CDU eingetreten ist, obwohl er aus der Unabhängigen Bürgerbewegung kommt. Er begründet seinen Entschluss damit, als CDU-Mitglied mehr für die Gemeinde bewegen zu können. Kommunale Interessen will er künftig auch im Kreistag vertreten.

In seiner Heimatgemeinde will er alles daran setzen, „keinen einzigen Bürger zu verlieren“. So werde die Gemeinde weiterhin die Ansiedlung von jungen Familien unterstützen, auch wenn wohl keine größeren Baugebiete mehr ausgewiesen werden können. Außerdem soll endlich Platz für altengerechtes Wohnen geschaffen und dafür ein verfallenes Gut in Singwitz abgerissen werden. „Das wollen wir schnellstmöglich angehen.“ Wünschenswert wäre auch die Belebung des früheren Fortschritt-Geländes, aber weil die Flächen in privater Hand sind, „haben wir da kaum Einfluss“. Anders beim Thema Gemeindefusion, da sollen auch die Bürger mitreden. Denn um diesen Schritt wird Obergurig auf lange Sicht nicht herumkommen, schätzt Polpitz ein, der sich neben Verwaltungsjob und Ehrenamt auch Zeit für seine Jungs im Alter von neun und fünf Jahren nimmt.