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Der Anwalt der Schüler

Volker Henoch ist kein Lehrer. Ein wichtiger Mitarbeiter der Grundschule ist er trotzdem.

© André Braun

Von Verena Toth

Waldheim. Jeder ist dabei, ganz natürlich, ohne Einschränkungen. Das ist das große Ziel und die Aufgabe, die sich Volker Henoch bei seiner Arbeit in der Grundschule Waldheim stellt. Der 38-jährige Erzieher ist seit diesem Jahr als Inklusionsassistenz in der Bildungseinrichtung tätig, unterstützt die Lehrer in ihrer täglichen Arbeit und hat dabei aber ein genaueres Auge vor allem auf diejenigen Schüler, die ein wenig mehr Unterstützung im Schul- und Lernalltag benötigen.

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So wie der achtjährige Peter*. Während seine Mitschüler im Unterricht sitzen, klopft er an die Tür von Volker Henoch. Heute wiederholen sie mithilfe eines Zahlenbretts spielerisch das Einmaleins. Doch statt darauf zu warten, dass ihm der Pädagoge Aufgaben stellt, dreht der aufgeweckte Junge den Spieß einfach um. „Wieviel ist sieben mal sieben?“, fragt er sein Gegenüber, der den Holzstein mit der richtigen Antwort natürlich schnell findet. Volker Henoch wiederum gibt dem Jungen die Aufgabe, das gefundene Zahlenplättchen wieder an die richtige Stelle zurückzulegen. Und das Spiel beginnt von vorn. „Genau das ist mir besonders wichtig: Das Lernen soll den Kindern Spaß machen“, erklärt der Inklusionshelfer.

Insgesamt zehn Kinder betreut der Döbelner teilweise in solchen Einzelförderstunden. „Das sind Kinder, die einfach ein wenig mehr Zeit und Unterstützung benötigen. Und die kann ich ihnen geben. Auch in den Unterrichtsstunden bin ich als Unterstützung dabei“, berichtet er von seinem Arbeitsalltag. Das sei für alle Beteiligten eine norme Verbesserung. Die Lehrer würden ein stückweit entlastet und die Kinder haben einen weiteren Ansprechpartner.

Drei der zehn Kinder waren ursprünglich für die Einschulung in einer Förderschule vorgesehen, sollen nun aber mithilfe zusätzlicher Förderung und Unterstützung die Chance bekommen, ihre Schulkarriere in einer Regelschule zu beginnen. „Wir haben schon seit Jahren immer wieder die sogenannten Integrationskinder bei uns an der Schule. Also Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf. Deshalb haben wir uns darum beworben, einen Inklusionshelfer an unserer Schule beschäftigen zu können“, erläutert Schulleiterin Angela Jurczyk. Im vergangenen Jahr erhielt die Schule die Zusage und mit Volker Henoch einen neuen Mitarbeiter. Finanziert wird sein vierjähriger Einsatz an der Grundschule Waldheim über den Europäischen Sozialfond (ESF). Das Geld kommt von der Sächsischen Aufbaubank. Träger des Projektes ist die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), bei der Volker Henoch angestellt ist.

„Nach dem nun ersten Schuljahr kann ich nur positiv über den Einsatz unseres Inklusionshelfers resümieren. Die Erfolge kann man an den Leistungen und der Zufriedenheit der Kinder sehen“, findet Schulleiterin Angela Jurzyk nur lobende Worte. Ihr Kollegium schätze zudem die Möglichkeit, dass er einen anderen Blickwinkel auf den Schulalltag habe und seine Beobachtungen auch mit den Pädagogen teilen und auswerten kann.

„Ich bin für die Mädchen und Jungen auch außerhalb der Unterrichtszeit da. Sie können mit kleinen und großen Problemen zu mir kommen oder einfach mal quatschen, sich Ratschläge holen“, erläutert Volker Henoch. Er empfinde sich als Anwalt der Kinder. Und den Erfolg seiner Arbeit könne er daran messen, dass sich seine Schützlinge in den Schulfächern merklich verbessert haben und vor allem, dass sie gern und mit viel Freude in die Schule kommen.

* Name von der Redaktion geändert