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Der Arbeitsmarkt im Grenzgebiet

Tschechien Die Arbeitslosigkeit im Kreis Liberec (Reichenberg) liegt bei 8,1 Prozent. Ende April waren in den vier nordböhmischen Bezirken des Kreises 20 056 Menschen ohne Arbeit, das ist um 1 675 weniger als im Vorjahr.

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Tschechien

Die Arbeitslosigkeit im Kreis Liberec (Reichenberg) liegt bei 8,1 Prozent. Ende April waren in den vier nordböhmischen Bezirken des Kreises 20 056 Menschen ohne Arbeit, das ist um 1 675 weniger als im Vorjahr.

Laut Arbeitsamt-Statistiker Ladislav Dvorák trägt die hervorragende Lage der ausländischen Firmen dazu bei, die dank der guten Exportchancen ihre Produktion erhöhen und neue Arbeitskräfte suchen. Fast alle Lehrlinge und Schulabsolventen mit Abitur haben einen Job gefunden. Sie stellen nur fünf Prozent unter den Arbeitslosen dar, im Vorjahr waren es um die Hälfte mehr.

Neue Arbeitsplätze bieten ständig Firmen im Industriegebiet Liberec-Süd an. Es breitet sich mittlerweile auf einer Fläche von 125 Hektar aus und ist das größte im Kreis. Zurzeit sind hier bereits 20 Investoren tätig, die fast 2000 Arbeitsgelegenheiten geschaffen haben. Künftig soll das Industriegebiet fast das Doppelte an Arbeitsstellen anbieten.

Neue Mitarbeiter suchen z. B. der Liberecer Betrieb der Firma Laird Technologies, die Autofabrik Skoda-Auto oder Knorr-Bremse in Hejnice (Haindorf).„Wir benötigen auch dringend 80 Leute für unsere Forschungsabteilung“, sagte Vladimír Zákoucký, der Personaldirektor der Gesellschaft Lucas Autobrzdy in Jablonec nad Nisou (Gablonz), die einer der größten Arbeitgeber im Kreis ist. Laut ihm ist es ein großes Problem, qualifizierte Maschinentechniker zu bekommen. Mangel sei auch an Hochschulabsolventen.

Viele junge Tschechen machen sich Hoffnungen auf einen Job in Ausland, obwohl sie fast keine Weltsprache beherrschen. (art)

Polen

In Polen ist die Arbeitslosigkeit höher. In der Stadt Zgorzelec liegt sie zwar bei unter 15 Prozent, in vielen ländlichen Gegenden jedoch weitaus höher.

Ausländische Investoren sorgen aber auch hier für immer neue Arbeitsplätze. Zehn verschiedene Investoren, darunter auch der deutsche Bauer-Verlag, der in Wokryta (Waldau) eine Druckerei errichten will, wollen sich allein im Kreis Luban (Lauban) ansiedeln und 250 neue Arbeitsplätze schaffen.

Im größeren Umfang werden Arbeitslose im polnischen Grenzgebiet in diesem Jahr auch über Beschäftigungsmaßnahmen für die Erledigung öffentlicher Arbeiten, wie dem Säubern von Straßen, Plätzen und Anlagen eingesetzt. (kpl)