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Der Bäcker hat seinen Preis – und seinen Wert

über verbindliche Mindestlöhne

Ingolf Reinsch

Wer acht Stunden am Tag arbeitet, muss von seinem Lohn leben können. Staatliche Zuschüsse, weil das Einkommen nicht zum Leben reicht, müssen die absolute Ausnahme sein. Etwa dann, wenn ein Existenzgründer gerade seine Firma aufbaut oder ein Betrieb vorübergehend ernsthafte Schwierigkeiten hat. Auf Dauer aber darf der Staat Niedriglöhne nicht subventionieren und auf diese Weise unrentable Betriebe stützen.

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und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

8,50 Euro pro Arbeitsstunde orientieren sich, gemessen an den Lebenshaltungskosten, am unteren Level. Und trotzdem wird es vielen Bäckermeistern schwer fallen, ihren Mitarbeitern diese Summe zu zahlen. Nicht, weil sie nicht mehr geben wollen. Sondern weil ihr Betrieb nicht mehr abwirft.

Wohl oder übel werden Bäcker die Preise erhöhen müssen, um den Mindestlohn zahlen zu können. Bleibt zu hoffen, dass die Kunden Verständnis dafür aufbringen und diesen Schritt mitgehen. Das Handwerk hat nun mal seinen Preis, aber auch seinen Wert. Man schmeckt den Unterschied zwischen einer Semmel vom Bäcker und der preiswerteren Ware aus dem Supermarkt.