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Der Ball des Anstoßes

Freitals Fußballnachwuchs konnte bisher kaum die Sporthallen des Landkreises nutzen. Nun gibt es ein Versprechen.

© Thorsten Eckert

Von Matthias Weigel

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Im Streit um die Nutzung der Turnhallen des Landkreises hat sich der Ton massiv verschärft. „Respektlos“, nannten Freitaler Stadträte die Haltung des Landratsamtes nach einem jüngsten Artikel in der SZ zu dem Thema. Auch der sichtlich verärgerte Freitaler OB fand deutliche Worte. „Ich hätte mir etwas mehr Demut aus Pirna erwartet“, sagte Klaus Mättig (CDU). Partnerschaftlicher Umgang sehe anders aus.

In der Debatte geht es um fehlende Nutzungszeiten in den Sporthallen für Freitaler Vereine. In der kalten Jahreszeit sind die besonders begehrt, gerade zu vernünftigen Zeiten. Der Platz ist begrenzt, allzu oft gingen Gruppen oder Mannschaften leer aus – besonders bei den Nachwuchsmannschaften im Fußball sei die Situation dramatisch schlecht und ein sinn- und verantwortungsvolles Training mit den Kindern unmöglich, heißt es. Der Stadtrat hatte daher einstimmig auf Antrag der CDU beschlossen, dass die Stadt mit dem Kreis verhandeln soll, um die Vereinsnutzung der Turnhallen – am Weißeritzgymnasium Krönert- und Johannisstraße, Berufsschulzentrum und Förderschule – zu ermöglichen. Sie gehören dem Landkreis.

Die zuständige Beigeordnete aus dem Landratsamt, Kati Hille (CDU), hatte daraufhin in der SZ geäußert, dass man keine Probleme sehe. Hiesige und Vereine umliegender Orte würden in unterschiedlichsten Sportarten, darunter auch Kindersportgruppen, in den Hallen trainieren. Es gebe sogar freie Zeiten und bislang habe es immer einvernehmliche Lösung gegeben. „Von Kinder- und Jugendgruppen des Fußballs liegen uns derzeit auch gar keine Anträge vor, mit Ausnahme von SG Motor Freital, für die auch Zeiten gefunden wurden“, sagte sie. Außerdem relativierte sie die finanzielle Unterstützung der Stadt beim Bau der Halle Krönertstraße, die Freital als Argument anführte und dafür im Gegenzug Nutzungsmöglichkeiten erwartete.

Das kam natürlich gar nicht gut in Freital an. „Interessant schon, dass bei einer Auslastung von 75 Prozent von freien Kapazitäten gesprochen wird und darin halbe Stunden zwischen dem Wechsel zweier Hallennutzer oder zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr einberechnet werden“, so CDU-Fraktionschef Peter Pfitzenreiter, der sich die Hallenpläne angeschaut hat. Die Gespräche mit Trainern hätten ebenfalls etliche Probleme aufgezeigt.

Mättig betonte unterdessen erneut das finanzielle Engagement der Stadt beim Bau der Halle Krönertstraße oder des Gymnasiums. Dafür könne man was anders erwarten als derlei Antworten. Hille solle dem Stadtrat persönlich auf einer der nächsten Sitzungen Rede und Antwort stehen, forderte Mättig. „Da kann sie ja mal höchst peinlich ein paar Zeiten auspacken.“

Kati Hille ist von einer solch aggressiven Entwicklung überrascht. Ein Schreiben der Stadt, in dem es um jenen Stadtratsantrag gehe, sei erst am Dienstag bei ihr eingegangen. Von den scharfen Äußerungen im Stadtrat wusste sie nichts. „Ich glaube, es gibt hier ein großes Missverständnis.“

Zum einen lägen nach wie vor keine Anträge von Vereinen vor. Auch seien keine abgelehnt worden. Hier will Hille gern aufklären und die Formalien erläutern, die für einen Antrag von Nutzungszeiten nötig sind. Zum anderen wolle man ausdrücklich, dass Freitaler Vereine aller Couleur in den Hallen Sport machen können. Ein angebliches Verbot von Fußball, wie es immer wieder zu hören ist, gebe es nicht. „Das wurde wohl vereinzelt von den Schulen kommuniziert“, sagt Hille. Da der Kreis für die Liegenschaften zuständig sei, würden aber dessen Regeln gelten, betont Hille, und nicht die der Schule. Man werde nun für die Einhaltung der Spielregeln Sorge tragen. „Es gibt Gespräche, auch mit der Stadt sind inzwischen Termine zur Abstimmung möglicher Zeiten und Nutzungen verabredet“, sagt Hille.

Das entstandene Bild stimme jedenfalls nicht – der Landkreis, er sei kompromiss- und gesprächsbereit, auch wenn sich sicher nicht jeder Einzelfall lösen lasse und Kompromisse nötig sind. Und wenn man sie einlade, werde sie natürlich in den Stadtrat kommen, sagt Hille. Pfitzenreiter kann der Debatte nun auch schon etwas Positives abringen. „Vieles war doch bisher so gar nicht bekannt“, sagt er. Wenn der CDU-Antrag im Stadtrat dazu führe, dass sich daran etwas geändert hat bzw. ändern wird, dann sei doch das Ziel erreicht.

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