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Der befürchtete Anstieg bleibt aus

Arbeitslosigkeit. Die Konjunktur greift auf den Arbeitsmarkt über. Die Agentur für Arbeit Pirna meldet ihren besten November seit 1996.

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Von Hartmut Landgraf

Arbeitsagenturchef Klaus-Peter Hansen ist vermutlich der einzige wirtschaftlich denkende Mensch in der Region, der sich freut, wenn er Stammkundschaft verliert.

Und genau dafür sah der Pirnaer Agenturchef auf seiner gestrigen Pressekonferenz erste Anzeichen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat habe die Arbeitsagentur in diesem November statistisch einen deutlich geringeren Zugang in die Arbeitslosigkeit registriert. „In den letzten fünf Jahren gingen die Zahlen im Monat November immer um drei bis vier Prozent nach oben. Diesmal beträgt der Zuwachs nur 0,3 Prozent“, so Hansen.

Insgesamt waren im Weißeritzkreis und dem Landkreis Sächsische Schweiz im vergangenen Monat 19524 Menschen ohne Job, nur 49 mehr als im Oktober und knapp 1300 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt seit Oktober bei 14,3 Prozent. Für einen November seien das die besten Zahlen seit zehn Jahren, sagte Hansen. Positive Signale gebe es nicht nur vom Bau, sondern auch im Dienstleistungsgewerbe und anderen Bereichen. Besonders für junge Leute habe sich die Situation gebessert. Die Zahl der arbeitslosen unter 25-Jährigen sei gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent gefallen. Sorgen bereite ihm jedoch der dramatische Zuwachs an arbeitslosen Schwerbehinderten. Im nächsten Jahr werde man hier die Vermittlungsbemühungen verstärken.

Ab 2007 will die Agentur zudem gemeinsam mit den Arbeitsgemeinschaften Sächsische Schweiz und Weißeritzkreis ihre Beratungsleistungen für Arbeitgeber verbessern. In allen Geschäftsstellen sollen spezialisierte Beraterteams ihre Arbeit aufnehmen, die sich ausschließlich um Arbeitgeber-Anliegen kümmern. Damit sollen Wartezeiten verkürzt und Vermittlungsvorschläge passgenauer werden.