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Der Bumerang auf der Bürgerwiese

Die Architekten haben mit dem Gymnasium einen besonderen Entwurf verwirklicht. Der Bau ist jetzt fast abgeschlossen.

© Sven Ellger

Von Peter Hilbert

Im Architekturbüro von Falk Schubert ist der Bumerang ein geflügeltes Wort. Denn so bezeichnen die Fachleute die Form des neuen Gymnasiums Bürgerwiese, das kurz vor der Fertigstellung steht. 2008 hatte sich das Dresdner Büro Schubert Horst Architekten mit seinem Entwurf gegen 24 Konkurrenten durchgesetzt. Was damals nur auf dem Papier stand, ist mittlerweile Realität. Und die Form des Bumerangs findet sich nicht nur am, sondern auch im Gebäude wieder. Dort sind die Pausenzonen mit ihren Tischen und Bänken ebenfalls so gestaltet.

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Das Finale: Handwerker räumen bereits Chemiekabinette ein

„Wir befinden uns jetzt im Endspurt“, sagt Projektleiter Danilo Fritsche vom Hochbauamt. Noch sieben Wochen haben die Bauleute Zeit, um den vierstöckigen Neubau fertigzustellen. Denn der Endtermin soll auf jeden Fall gehalten werden.

Im Januar 2012 hatten die Arbeiten mit dem Abriss des alten Sportgymnasiums begonnen. Der Neubau startete vier Monate später. Allerdings bescherte der folgende harte Winter einen Bauverzug von sechs Wochen. Mit monatelanger Arbeit im Zweischichtsystem konnte der Rückstand wieder aufgeholt werden, so Fritsche.

Seit August 2013 bauen die Handwerker das Gymnasium jetzt schon innen aus. Am weitesten sind sie im Gebäudeteil am Lennéplatz. Dort werden bereits die Ausstattung der Chemiekabinette eingeräumt und die letzten Toiletten installiert. Währenddessen werden im hinteren Gebäudeflügel noch Parkett und Kautschukbelag auf den Fußböden verlegt.

Die Gestaltung: Moderner Bau setzt neue Akzente am Lennéplatz

Architekt Falk Schubert zeigt sich zufrieden, dass er seinen Entwurf genauso umsetzen konnte wie geplant. Insgesamt investiert die Stadt rund 26,5 Millionen Euro für den Komplex, zu dem auch eine Dreifeld-Sporthalle mit 560 Plätzen gehört.

Mit dem winkelförmigen Neubau soll der Lennéplatz aufgewertet werden. „Deshalb haben wird das Gebäude nicht nur entlang der Parkstraße angeordnet“, erklärt Schubert. Außen sei der Komplex elegant und zurückhaltend, lediglich mit einigen dunkelblauen Elementen gestaltet. „Die Musik spielt in der Schule“, verweist der Architekt auf das Innenleben. So haben Elemente der Etagen verschiedene Farben. Der erste Stock ist von Hellgrün geprägt, der zweite von Dunkelrot und der dritte von Himmelblau. Das erleichtert den Schülern die Orientierung.

Der Schallschutz: Klassenzimmer vor Verkehrslärm geschützt

Auch an den Schallschutz hat Schubert gedacht. Schließlich liegt die stark befahrene Parkstraße direkt vorm Haus. Deshalb sind an der Vorderseite unter anderem Vorbereitungs- und Lagerräume angeordnet. Außerdem ist zusätzlich Schallschutzglas eingebaut worden. Auf der ruhigen Rückseite befinden sich die Klassenräume und auch der hübsch gestaltete Pausenhof.

Der Umzug: Zum Schuljahresende sitzen Lehrer auf gepackten Koffern

Schulleiter Jens Reichel fiebert währenddessen schon dem Umzug entgegen. „Zum Schuljahresende sitzen wir auf gepackten Koffern“, sagt er. Am 1. August soll der Umzug aus der benachbarten alten in die neue Schule beginnen. „Darauf haben wir sechs Jahre lang gewartet“, so der Direktor. In den ersten beiden Septemberwochen unterrichten die Lehrer dann in den neuen Räumen im Probebetrieb. Feierlich eingeweiht wird der Neubau am 12. September.

2008 wurde das Gymnasium Bürgerwiese gegründet. „Mit 19 Anmeldungen für die fünfte Klasse“, blickt der 50-Jährige zurück. Schuljahr für Schuljahr ging es eine Klassenstufe höher, ab September kommt die elfte hinzu. Seit vergangenem Jahr werden statt zuvor vier nun sechs Klassen der Stufe fünf aufgenommen. Mit 248 Anmeldungen konnte Reichel jetzt ein Rekordergebnis für Dresdner Gymnasien verbuchen. Die Plätze werden dringend benötigt. Die neuen Klassenzimmer sind für 28 Schüler ausgelegt. Etwa 750 Gymnasiasten werden ab September im Neubau lernen. Dann gibt es eine komfortable Situation, da noch sehr viel Platz ist. Ein Jahr später wird das Gymnasium Bürgerwiese mit 960 Schülern voll belegt sein.

Die Perspektive: Mit saniertem Altbau wird Platz für 1.300 Schüler

Die Stadt plant, dass an dem Standort künftig insgesamt 1.300 Schüler unterrichtet werden können. Ist der Altbau an der Gret-Palucca-Straße geräumt, beginnt im September die Sanierung. Der städtische Bauträger Stesad wird die acht Millionen Euro teuren Arbeiten leiten. Im Sommer 2016 soll die alte Schule saniert sein.