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Der Chefarzt mit den geschickten Händen

Dr. med. Holger Mattusch hat eine neue Aufgabe im Zittauer Krankenhaus. Eine Arbeit, an der oft Menschenleben hängen. Ein Porträt.

Holger Matthusch ist seit 25 Jahren am Zittauer Krankenhaus - und hat es nie bereut.
Holger Matthusch ist seit 25 Jahren am Zittauer Krankenhaus - und hat es nie bereut. © Matthias Weber

Seine Aufgabe ist neu, auf dem Gebiet aber bringt er viel Erfahrung mit: Seit September leitet Dr. med. Holger Mattusch die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Zittauer Krankenhaus. 

Der Chefarzt führt nun ein Team aus jungen und erfahrenen Medizinern gleichzeitig. Auf zwei Stationen verteilen sich 40 Patientenbetten, die immer gut belegt sind. "Wir arbeiten jeden Tag mit Menschen, und an unserer Arbeit hängen oft Menschenleben“, sagt der 52-Jährige. "Als Chirurg muss jeder Handgriff sitzen“, sagt er. Schnelligkeit und Sorgfalt sind wichtig.

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Mattusch ist bereits seit 1994 in der Chirurgie tätig, ab 2005 als Oberarzt und dies zuletzt in leitender Funktion. Dabei weiß der im Kollegenkreis als bescheiden und zurückhaltend bekannte Mediziner genau, was er will. Und das schon als Kind. 

Bereits in der 8. Klasse stand sein Berufswunsch fest. "Die Naturwissenschaften haben mich immer interessiert", meint er. Wobei dies nur ein Impuls war, Arzt zu werden. Ein weiterer kam aus seiner Familie, verbunden mit dem Bedürfnis, etwas für andere zu tun. "Für mich stand auch fest, dass es etwas Chirurgisches sein soll", sagt der gebürtige Dresdner. Und so schloss sich an sein Abitur fast nahtlos das Studium der Humanmedizin an der Humboldt-Uni Berlin an.

Danach ging alles recht schnell. Nach nur einem reichlichen Jahr in der Abteilung für Doppler- und Duplexsonographie der Klinik für Gefäßchirurgie der Charité Berlin kam er an das Zittauer Krankenhaus. Der Grund dafür: "Ich habe in Berlin meine jetzige Frau kennengelernt." Die Zittauerin ist ebenfalls Ärztin. Gemeinsam haben die beiden drei Kinder. "Unsere Söhne studieren mittlerweile beide Medizin, und die Kleine (12 Jahre) möchte gern Tierärztin werden", berichte er nicht ohne Stolz.

Hier in Zittau arbeitete Mattusch zuerst in der Klinik für allgemeine Chirurgie, wo auch 2001 die Anerkennung als Facharzt für Chirurgie erfolgte. Seit 2004 ist er mit der Schwerpunktbezeichnung Unfallchirurgie und seit 2007 als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie tätig. Die Zusatzbezeichnung Handchirurgie verdankt der Arzt zum Großteil seinem Lehrer: "Ich hatte das Glück, bei Dr. Pollack eine gute Ausbildung genießen zu können", erinnert sich Mattusch an seinen bereits verstorbenen Kollegen und Ausbilder.

25 Jahre ist er nun schon am Klinikum Zittau beschäftigt und hat es nie bereut, hergekommen zu sein. "Die Region ist meine Heimat geworden", sagt der 52-Jährige und schwärmt von der schönen Gegend diesseits und jenseits der Grenzen zu den Nachbarländern. In seiner knapp bemessenen Freizeit treibt er Sport und reist gerne.

Als Leiter der Unfallchirurgie möchte Mattusch die Leistungen weiter ausbauen und die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten verbessern. "Regelmäßige Weiterbildungen sollen wieder eingeführt werden", beschreibt er seine Zukunftspläne. Mit der Übernahme des Chefarztpostens verändert sich auch das Angebot am Klinikum Oberlausitzer Bergland. So fließen seine bisherigen Kompetenzbereiche mit ein. Dazu zählen die Schulterarthroskopie, Handchirurgie, Endoprothetik und Sportmedizin.

"Im Laufe der Jahre habe ich 1.100 Schulterspiegelungen durchgeführt", erzählt er. Wie viele Operationen es insgesamt waren, lässt sich nicht so leicht beziffern. Froh und glücklich ist der Mediziner jedenfalls, wenn er positive Rückmeldungen bekommt. "Bei der Arbeit im MVZ" – dort hält er an einem Tag in der Woche Sprechstunde – "gelingt es oft, den Genesungsverlauf der Patienten richtig zu verfolgen", sagt Mattusch. Seine Tätigkeit als Durchgangsarzt für die Berufsgenossenschaften ist ein wesentlicher Teil seiner Arbeit. "Und vielleicht gelingt es auch noch, die sportmedizinischen Angebote auszubauen", meint er zuletzt. 

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