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Der coolste Arbeitsplatz der Stadt

Markus Eisenhut steht bei den Dresdner Eislöwen im Tor. Selbst bei der Hitze hat das nicht nur Vorteile.

In der Eishalle ist es zwar kühl, doch in voller Montur kommt Eislöwe Marco Eisenhut schnell ins Schwitzen.
In der Eishalle ist es zwar kühl, doch in voller Montur kommt Eislöwe Marco Eisenhut schnell ins Schwitzen. © Sven Ellger

In diesen letzten hochsommerlichen Tagen dürften so einige auf seinen Arbeitsplatz neidisch sein: die Eishalle in der Energieverbundarena. Nähert man sich der Eisfläche, wird es immer frischer. „Ja, es ist tatsächlich angenehm kühl, aber sobald wir trainieren, schwitzen wir genauso“, sagt Marco Eisenhut, der Torwart der Dresdner Eislöwen. Der Arbeitsplatz an der Bande dürfte zwar mit etwa 13 Grad im Moment einer der kühlsten der Stadt sein, warm wird es den Zweitliga-Spielern trotzdem.

Dem Bayer tropft zum ersten Mal an diesem Tag der Schweiß, als er seine komplette Ausrüstung vor dem Training anzieht: Skisocken, lange Thermounterwäsche, Tiefschutz, Knieschoner, Schlittschuhe, Beinschoner, Halskrause, Brustpanzer, darüber erst das langärmelige Trikot und dann noch der Fang- und Stockhandschuh.

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Schließlich ist die Montur eines Torwarts ja nicht nur Schutz vor der Hartgummischeibe, die mit bis zu 170 Stundenkilometer schnell ansaust, sondern eben auch dafür da, keine Schüsse vorbeizulassen. Mindestens 15 Kilo dürfte die komplette Ausrüstung wiegen. „Ich habe mich aber noch nicht in voller Montur auf die Waage gestellt“, sagt Eisenhut. 

Als Profi muss er sich nicht mehr wie als Jugendlicher um den Zustand seiner Ausrüstung kümmern. Sie hält etwa acht, neun Monate, also eine Saison, wobei der Fanghandschuh öfter ausgetauscht werden muss. Gewaschen werden übrigens nur die kleinen Teile wie Halskrause. Ein Besuch in der Eislöwen-Kabine ist wahrlich kein Vergnügen – egal, ob es draußen nun kalt oder warm ist.

Mindestens 15 Kilo wiegt die Ausrüstung von Marco Eisenhut. 
Mindestens 15 Kilo wiegt die Ausrüstung von Marco Eisenhut.  © Sven Ellger

Dann wäre da noch der Torwarthelm, das wichtigste Teil seiner Ausrüstung. Den hat der 24-Jährige selbst entworfen. Darauf ist unter anderem der Löwe als Klubzeichen und auch die Silhouette von Dresden zu erkennen. Als Eisenhut nach dem Training die Ausrüstung auszieht und dafür auch etwas länger als die Feldspieler braucht, ist alles durchgeschwitzt.

Wenn es schwül-warm ist wie am Mittwoch, schwitzen auch die Spieler in der Halle mehr, sagt Eisenhut. Obwohl die Außentemperatur keinen Einfluss auf die Eisproduktion hat. „Über dem Eis bildet sich eine sogenannte Kälteglocke. Solange keine stärkere warme Luftströmung diese Glocke stört, entsteht eine Abtrennung zwischen der Kälteglocke und der wärmeren Raumluft“, erklärt Ralf Neumann vom Eigenbetrieb Sportstätten Dresden in einem Statement auf SZ-Nachfrage. Daher ändert sich auch nichts an der Arbeit für die Eismeister, die sich in zwei Schichten um die beiden Eisflächen kümmern.

„Ich brauche keine Hitze“

Wichtig sei aber, dass die Türen geschlossen sind. Richtig kalt ist es auf dem Eis. Die Temperatur auf der Eisoberfläche beträgt minus sechs Grad Celsius, mindestens minus fünf Grad schreibt die DEL2 in ihren Durchführungsbestimmungen vor.

„Das Klima in der Halle finde ich recht angenehm im Vergleich zu anderen Standorten, wo es manchmal sehr kalt ist und man schnell friert – oder auch gefühlte Hitze. Das ist genauso anstrengend“, erklärt Eisenhut gut zwei Wochen vor dem Saisonstart. Als Wintersportler mag es der Torwart generell nicht allzu heiß im Sommer. „Ich brauche keine Hitze“, sagt er.

Zur Abkühlung nach dem Training geht er nur selten baden. „Ich bin in Bayern aufgewachsen, da gibt es überall einen Weiher. Das fehlt mir ein bisschen in Dresden“, findet der 23-Jährige aus Deggendorf. Statt im Freibad trifft er sich am freien Nachmittag lieber mit einigen Eislöwen-Teamkollegen in der Stadt auf einen Kaffee oder zum Kinobesuch.

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