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Der Deich an der Spree wird dicht gemacht

Großpostwitz. Nahe der Schnabel-Mühle werden zurzeit Stahlbohlen in den Boden gerammt. Künftig sollen sie Anwohner vor Hochwasser schützen.

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Von Madeleine Siegl-Mickisch

Der Boden unter den Füßen vibriert, Lärm macht eine Unterhaltung kaum möglich: Einige Meter neben der kleinen Gruppe, die sich am Spreeufer in Großpostwitz nahe der Schnabel-Mühle zur Bauberatung getroffen hat, treibt ein Bagger mit einem speziellen Hammer sogenannte Stahlspundbohlen in die Erde. 60 Tonnen Rammkraft rütteln die viereinhalb Meter langen Platten zentimeterweise in den Boden.

Auch wenn die idyllische Ruhe an der Spree seit zwei Wochen immer wieder durch das Hämmern unterbrochen ist – die Anwohner sind froh über die Arbeiten an dem wohl über hundert Jahre alten Deich, der sie vor Hochwasser schützen soll, dies aber zuletzt nur noch ungenügend tat.

Warum, erklärt Wolfgang Wilhelm vom Bautzener Ingenieurbüro eta AG, das die rund 250 000 Euro teure Sanierung im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung geplant hat: „Der Deich ist undicht und völlig durchwurzelt.“ Bemerkbar machte sich das beim Hochwasser im Januar 2003, als die Spree sich ihren Weg durch den Deich suchte und angrenzende Grundstücke überspülte. Die Gefahr ist nun gebannt: Mit dem Setzen der Spundwand wollen die Arbeiter der Löbauer Niederlassung von Steinle Bau in diesen Tagen fertig werden. Und von den Stahlbohlen, die zurzeit noch ein Stück aus der Dammkrone herausschauen, soll bald nichts mehr zu sehen sein, denn der Damm wird wieder natürlich gestaltet und im nächsten Jahr mit Gras bewachsen sein. Bäume und Sträucher dürfen darauf jedoch nicht mehr wachsen, damit das Bauwerk nicht wieder Schaden nimmt. Bereits im Februar waren drei Bäume gefällt worden, die meisten angrenzenden konnten aber stehen bleiben. Das ist laut Wilhelm ein klarer Vorteil der Sanierung gegenüber einem Deich-Neubau, für den weitere Bäume hätten weichen müssen.