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Der dienstälteste Trabrennfahrer

Auch im höheren Alter denkt Film- und Fernsehstar Herbert Köfer noch nicht ans Aufhören. Mit 82 ist er noch in verschiedenen TV-Produktionen zu sehen und zählt nicht nur damit zu den „Urgesteinen“ des Deutschen Fernsehens.

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Auch im höheren Alter denkt Film- und Fernsehstar Herbert Köfer noch nicht ans Aufhören. Mit 82 ist er noch in verschiedenen TV-Produktionen zu sehen und zählt nicht nur damit zu den „Urgesteinen“ des Deutschen Fernsehens.

Einschaltquote: 100 Prozent! Auf diese Traumquote kann sich Herbert Köfer berufen, denn er präsentierte am 21. Dezember 1952 die erste Sendung aus Adlershof und sprach dabei die Nachrichten der „Aktuellen Kamera“. Allerdings hatte diese Sendung auch nur genau einen Zuschauer.

Doch nicht nur dieser eine kannte in der DDR den Fernsehmann Herbert Köfer. Mit seinen rund 80 Filmen und Fernsehspielen, Familienserien, Schwänken und Krimis erreichte er ein Millionenpublikum. Er war einer der Superstars des DDR-Fernsehens. Mit Serien wie „Neumann – 2x klingeln“ (im DDR-Rundfunk) und „Geschichten übern Gartenzaun“ (im DDR-Fernsehen) sowie der legendären Unterhaltungsshow „Da lacht der Bär“ eroberte er die Herzen des Publikums. Herbert Köfer war aber auch in ernsten Rollen wie Falladas TV-Literaturverfilmung „Wolf unter Wölfen“ und der Defa-Adaption des Buchenwald-Romans „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz zu sehen. Zehnmal wurde er dafür in der DDR zum „Fernsehliebling“ gekürt.

Seine ersten Schritte im Rampenlicht machte er, wie viele andere auch, auf Theaterbühnen. Bereits 1940 stand Köfer in einem schlesischen Provinztheater als Preußen-Kronprinz Friedrich im Stück „Katte“ erstmals auf der Bühne. In den Nachkriegsjahren landete er für kurze Zeit sogar am Deutschen Theater in Berlin.

Doch mit dem Fernsehen feierte er größere Erfolge, und die blieben auch nach der Wende nicht aus. Die „zweite Karriere in Gesamtdeutschland“ begann eher zufällig – am West-Berliner Hansa-Theater in „Rosenemil“. Danach verpflichtete Rolf von Sydow den jung gebliebenen Opa für die 26-teilige Fernsehserie „Auto Fritze“, und auch in „MS Königstein“ oder der Erbstreit-Geschichte „Elbflorenz“ sowie in „In aller Freundschaft“ war er zu sehen.

Und ein Ende ist noch nicht in Sicht, denn der Junggebliebene ist auch abseits der Kamera aktiv. So steht er zum Beispiel im Guinness-Buch der Rekorde als „dienstältester Trabrennfahrer“. (cg)

Herbert Köfer plaudert aus seinem Leben am 21. November, um 19.30 Uhr, im Königshainer Restaurant „Zum Firstenstein“. Karten gibt´s für zehn Euro.

Karten: 035826/6 02 85.