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Der DSC-Gegner steht vor dem Aus

Für die Volleyball-Frauen von Aurubis Hamburg könnte es das vorerst letzte Spiel in Dresden sein. Es fehlt eine halbe Million.

© Jörn Haufe

Von Michaela Widder

Wieder Hamburg, wieder ein Bundesligist. Nach den Schlagzeilen über die insolventen HSV-Handballer, die nun ihren Spielbetrieb einstellen mussten, sind auch die Volleyballerinnen in großer Not. „Wir stehen vor dem Aus. Wenn sich nicht etwas tut, verschwinden wir von der Bildfläche“, sagt Volker Stuhrmann, Präsident beim VT Aurubis im SZ-Gespräch. Die Situation ist im Vergleich zu den Handballern eine andere, der Klub ist nicht insolvent, aber nächste Saison droht eine Riesenlücke im Etat.

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Vor zwei Jahren hatte der Hauptsponsor, ein Kupferrecycler, seinen Vertrag zum 30. Juni 2016 gekündigt, um künftig nur noch Kinder- und Jugendsport zu fördern. Es war also kein überraschender Ausstieg, und dennoch ist es den Verantwortlichen bisher nicht gelungen, neue, große Förderer für ihr Bundesligateam zu finden. Die Hamburger brauchen nach eigenen Angaben mindestens eine halbe Million Euro für die kommende Saison, „unter 600  000 starten wir nicht in der 1. Liga“, kündigt Suhrmann an, der gleichzeitig auch Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH ist. In dieser Spielzeit hat der Klub einen Etat von 549 500 Euro und damit etwa ein Drittel des Dresdner SC.

In der Hamburger Morgenpost wurde zuletzt von Missmanagement geschrieben. Gegen diesen Vorwurf wehrt sich der Geschäftsführer vehement. „Bis zum Saisonende wird die Mannschaft ihre Gehälter pünktlich erhalten“, betont Stuhrmann. Er sei immer für volle Transparenz und habe auch mit den Spielerinnen gesprochen.

Die Mannschaft steckt die prekäre Situation erstaunlich gut weg und hält an ihrem sportlichen Ziel fest: Tabellenplatz acht und damit die Play-offs hatte Trainer Dirk Sauermann vor der Saison ausgegeben. Diesen Platz belegt derzeit sein Team, zu dem die junge Zuspielerin Maria Kirsten vom VC Olympia Dresden im Sommer gewechselt war. Die Norddeutschen gewannen zuletzt überraschend gegen Schwerin und Pokalfinalist Stuttgart, dem der DSC am vergangenen Sonnabend in drei Sätzen unterlag.

An diesem Mittwoch, 19 Uhr, trifft Aurubis Hamburg in Dresden auf den Tabellenersten, und alle Volleyball-Fans hoffen, dass es nicht die letzte Begegnung für lange Zeit sein wird. „Es wäre sehr, sehr schade. Der Standort in Hamburg hat viel Tradition und es sind immer tolle Duelle gegen diese Mannschaft“, findet DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann.

Die Hamburger Volleyballerinnen spielen seit 16 Jahren in der Bundesliga. „Wir geben nicht auf, wir sind aber auch nicht naiv“, mein Stuhrmann. Es hätten schon viel mehr resigniert, als solche, die gescheitert sind. Es gebe einen kleinen Hoffnungsschimmer. „Aber auch das reicht nicht für die 1. oder 2. Liga.“ Die Zeit ist knapp. Bis Ende März müssen die Lizenzierungsanträge bei der Deutschen Volleyball-Liga (VBL) eingereicht werden.

Bei Liga-Konkurrent Aachen ist derweil die finanzielle Situation wesentlich entspannter als noch vor einigen Wochen. „Wir werden die Saison zu Ende spielen und planen auch für die nächste“, erklärt Geschäftsführer Bastian Heckert auf SZ-Anfrage. Die Ladies in Black hatten mit einer großen Solidaritäts- und Unterstützungsaktion zuletzt 80 000 Euro für den Erhalt ihres Volleyball-Standorts gesammelt. Das Hallenproblem ist in Aachen allerdings noch nicht gelöst. Der Verband pocht auf einen Umzug in eine größere Spielstätte, die es aber nicht gibt.