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Der Erfolgstrainer

Dem HSV Weinböhla gelang mit seiner männlichen B-Jugend der bislang größte Erfolg. Jetzt hat der Verein den Vertrag mit dem Trainer verlängert.

Trainer Martin Kovar musste seinen bisher größten Erfolg als Trainer wegen der Corona-Pandemie allein zu Hause feiern.
Trainer Martin Kovar musste seinen bisher größten Erfolg als Trainer wegen der Corona-Pandemie allein zu Hause feiern. © Uta Büttner (Archiv)

Weinböhla. Mit dem Feiern müssen die Nachwuchs-Handballer des HSV Weinböhla noch warten. Der coronabedingte Spielbetrieb-Abbruch und die damit verbundenen Verordnungen sorgen dafür. Doch den zweiten Platz in der Sachsenliga der männlichen B-Jugend kann ihnen niemand mehr nehmen. Endlich hat sich die jahrelange Jugendarbeit des Vereins ausgezahlt.

2014 verpflichtete der Verein einen hauptamtlichen Trainer. Der ehemalige tschechische Nationalspieler Martin Kovar wurde zunächst für die erste Männermannschaft geholt, kurze Zeit später übernahm der heute 43-Jährige die männliche A- und B-Jugend. Das Ziel: die Entwicklung der Jugendlichen auf ein Niveau für die erste Männermannschaft.

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Nach harter Arbeit kamen in dieser Saison die ersten größeren Erfolge. Bereits vor dem Abbruch sicherten sich die Männer als Aufsteiger den Klassenverbleib in der Sachsenliga. „Für das Sahnehäubchen allerdings sorgte die B-Jugend“, sagt Vereinsvorsitzender Harald Schmoz. Die Jungs spielten eine grandiose Saison, ärgerten sogar die Leistungszentren. Der Lohn: Silber hinter dem Leistungszentrum HC Elbflorenz Dresden. Dabei ließen die Weinböhlaer namhafte Teams wie den SC DHfK Leipzig oder den HSV Dresden hinter sich.

Sachsenliga-Zweiter: Die B-Jugend des HSV Weinböhla: vorn v. l.: Martin Kovar, Ron Karnatz, Carlos Lorenz, Konrad Rost, Alwin Nitsche, Luca Schmidt, Franz Horn, hinten v.l.: Sebastian Damme, Philipp Heyne, Simon Voß, Luca Schumann, Ben Leuteritz, Felix Bü
Sachsenliga-Zweiter: Die B-Jugend des HSV Weinböhla: vorn v. l.: Martin Kovar, Ron Karnatz, Carlos Lorenz, Konrad Rost, Alwin Nitsche, Luca Schmidt, Franz Horn, hinten v.l.: Sebastian Damme, Philipp Heyne, Simon Voß, Luca Schumann, Ben Leuteritz, Felix Bü © privat

Die HSV-Jungs und ihr Coach sind auf einem guten Weg. Was die lange Trainings- und Spielpause durch die Corona-Pandemie bedeutet, bleibt abzuwarten. „Man arbeitet viele Jahre an Zielen. Ich hatte gehofft, dass unsere Spielform noch weiter steigen wird. Mein Ziel ist, die Jugend für den Männerbereich aufzubauen. Dafür braucht man viele Jahre. Ein bis zwei reichen da nicht. Dafür muss man etwa zehn Jahre ordentlich arbeiten“, sagt Kovar. Denn bei einem so kleinen Verein wie in Weinböhla ist es schwierig, den Nachwuchs in den Erwachsenenbereich zu führen. Die Spielerdecke ist klein und viele verlassen auch ihren Heimatort wegen der Ausbildung.

Vor fünf Jahren begann Kovar, ein Nachwuchsperspektivteam aufzubauen, trainiert neben den Männern die B- und A-Jugend. Immer wieder zog er Spieler jüngerer Jahrgänge mit in die Sachsenliga-Mannschaften, ermöglichte ihnen neben einem intensiven Training das Lernen in Begegnungen mit teilweise deutlich überlegenen Gegnern. So reifte auch der jetzige Erfolgsjahrgang. Dem Spielermangel geschuldet, mussten einige C-Jugendliche in der B-Jugend aushelfen, sodass diese letztlich drei Jahre Sachsenligaerfahrung sammeln konnten. Zudem spielt fast die gesamte B-Jugend auch noch vereinzelt oder ständig in der A-Jugend. Zu Kraft, Kondition und taktischem Verständnis kam damit auch viel Erfahrung hinzu. Das alles - gepaart mit dem überdurchschnittlichen Talent einiger Spieler und dem gewachsenen Teamgeist - war die Erfolgsformel. Kovar sieht zudem seine persönliche Entwicklung als einen Grund. „Ich musste sehr viel dazulernen. Mein Trainerstudium hat mir geholfen. Und man muss sehr viel Glück haben“, sagt Kovar.

Ehemaliger Zweitbundesliga-Spieler hilft

Der Verein hat kürzlich die Weichen für die Zukunft gestellt. „Das Ziel ist, unsere Jugend heranzuführen. Mit Martin haben wir einen sehr guten Trainer. Deshalb haben wir den Vertrag jetzt für weitere drei Jahre verlängert“, sagt Schmoz. Ein Hygiene-Konzept wurde erarbeitet, damit das Training Anfang Juni wieder beginnen kann.

Kovar will natürlich an den Erfolg dieser Saison anknüpfen, auch wenn das nicht einfach ist. „Wir haben gewisse Grenzen. Leistungszentren haben ganz andere Voraussetzungen. Deshalb mein größter Dank und Lob an den Vereinsvorstand, die Sponsoren und Eltern, die das alles ermöglichen.“

Glücklich ist Kovar über den Klassenverbleib der Männer in der Sachsenliga. Denn die Vorzeichen waren nicht gut. Viele Langzeitverletzte, darunter einige Leistungsträger, mussten ersetzt werden. So zahlte es sich aus, dass der Mannschaftskader von Beginn an groß war. „Das war anfangs nicht leicht, denn alle wollten ja spielen“, sagt Kovar. Und mit der Verpflichtung des ehemaligen Zweitliga-Spielers Tim-Philip Jurgeleit kam zusätzlich Qualität und Attraktivität in die Weinböhlaer Halle.

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