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Der etwas andere Fanfarenzug

Mit der Muldenblechbande haben 22 Musiker einen neuen Verein gegründet. Viele spielen aber schon lange zusammen.

Vor der Corona-Pandemie hat die Muldenblechbande regelmäßig in Großweitzschen geprobt.
Vor der Corona-Pandemie hat die Muldenblechbande regelmäßig in Großweitzschen geprobt. © Dietmar Thomas

Den Gedanken, sich selbstständig zu machen, habe es schon seit vielen Jahren gegeben, meint Lisette Lentz-Bohnstedt. Früher seien sie noch zu jung gewesen und hätten doch etwas Angst vor der Verantwortung gehabt. „Jetzt sind wir alt genug, haben ein bisschen Lebenserfahrung und den Schritt gewagt“, so die Vorsitzende der Muldenblechbande.

Die wurde am 20. Januar ins Vereinsregister eingetragen. Viele der 22Vereinsmitglieder im Alter zwischen zehn und 56 Jahren kennen sich aber schon einige Jahrzehnte. Sie spielten gemeinsam im Fanfahrenzug Döbeln und wechselten im Jahr 1990 zum Carneval Club der Muldenschiffer (CCM) Westewitz. Dem wollen sie auch nach dem Schritt in die Eigenständigkeit als Verein treu bleiben und bei den Faschingsveranstaltungen begleiten.

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Lisette Lentz-Bohnstedt beschreibt die Muldenblechbande als musikalische, chaotische und dufte Truppe. Die Mulde, das Material der Instrumente und die bunte Mischung der Musiker gab der Gruppe den Namen. Sie spielen auf Trompeten, Trommeln und einer Pauke traditionelle Märsche, haben aber auch einen rund 20-minütigen Showauftritt drauf, bei dem sie zu Stadtfesten, Geburtstagen oder Hochzeiten aktuelle Charts darbieten. Ihr Repertoire umfasst etwa 25 Titel.

Die Corona-Pandemie hat die Truppe allerdings ziemlich ausgebremst. Als Muldenblechbande hätten sie bei einem Osterfeuer ihren ersten Auftritt gehabt. Auch viele andere, bis hin zum Tag der Sachsen, fallen aus. „Das hat uns ein bisschen gebeutelt. Für die Auftritte haben wir uns extra neue Jacken gekauft“, meint die Vereinschefin.

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Auch die Proben, die jeden Sonnabend in der Turnhalle Großweitzschen erfolgen, sind derzeit nicht möglich. Trotzdem spielen die Musiker zusammen – digital. Jeder nimmt sich selbst mit dem Titel „Ode an die Freude“ auf und einer der Mitstreiter schneidet alle einzelnen Sequenzen am Computer zusammen, sodass die Muldenblechbande voraussichtlich schon Mitte nächster Woche auf Facebook gemeinsam zu erleben ist.
Auch neue Mitstreiter sind gern gesehen. Ab der dritten Klasse sind sie im Verein willkommen. „Egal mit welchem Instrument“, sagt Lisette Lentz-Bohnstedt. Das sollte natürlich tragbar sein. Interessierte können sich über Facebook bei der Muldenblechbande melden. Eine Homepage ist noch im Aufbau.

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