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Das ewige Warten auf Brückenbau in Dipps

Vor zehn Jahren ist die Steinbruchbrücke gegenüber der Tankstelle abgerissen worden. Was die rätselhaften Auskünfte zum Wiederaufbau bedeuten.

So sieht es also aus, wenn ein Brückenbau wie hier übe die Weißeritz in Dippoldiswalde angeschoben, aber noch nicht angefangen ist. Nichts passiert.
So sieht es also aus, wenn ein Brückenbau wie hier übe die Weißeritz in Dippoldiswalde angeschoben, aber noch nicht angefangen ist. Nichts passiert. © Egbert Kamprath

Der Ortschaftsrat Dippoldiswalde hat bei der Stadtverwaltung nachgefragt, wie es um den Wiederaufbau der ehemaligen Steinbruchbrücke über die Rote Weißeritz gegenüber der Tankstelle steht? Die Antwort war rätselhaft, wie Ortsvorsteher Dirk Massi (Freie Wähler) berichtet. „Das Projekt ist angeschoben, aber noch nicht angefangen“, zitierte er die Antwort der Stadtverwaltung an den Ortschaftsrat. „Was das bedeutet, dürfen Sie mich aber auch nicht fragen“, fügte er an.

Sächsische.de fragte bei Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) nach, was sich hinter der rätselhaften Antwort verbirgt. Die Antwort aus deren Büro ist in einem Punkt eindeutig: „Zurzeit ruhen die Aktivitäten.“

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Dippser Grundschüler kennen die Brücke gar nicht mehr. Sie führte von der Bundesstraße B 170 über die Rote Weißeritz und wurde im Zuge des Straßenbaus 2010 abgerissen. Früher war es eine Zufahrt zum dortigen Steinbruch. Sie hatte sich aber auch zu einer beliebten Querung für Radfahrer und Fußgänger entwickelt. Sie konnten sich dann weit weg vom Verkehr der Bundesstraße auf der anderen Flussseite zwischen Ulberndorf und Dippoldiswalde bewegen.

Wegen des Eisvogels wurde der Standort verschoben

Mit der Planfeststellung für den Bau der Bundesstraße war auch die Wiedererrichtung der Steinbruchbrücke festgeschrieben. Aber das ehemalige Straßenbauamt Dresden-Meißen und heutige Landesamt für Straßen und Verkehr hat mit diesem Teil der Baustelle erst große Probleme und sie dann links liegen lassen. Kapazitätsengpässe wurden als Grund genannt. Erst gab es Schwierigkeiten bei der Planung. Die Brücke musste auf die Veränderung des Flusslaufs abgestimmt werden, für den sich die Landestalsperrenverwaltung als Erkenntnis aus dem Hochwasser 2002 entschieden hat. Außerdem wurde festgestellt, dass am ursprünglich vorgesehenen Standort der Eisvogel jagt. Also darf hier wegen des Naturschutzes keine Brücke gebaut werden. Das Problem wurde gelöst, indem ein neuer Standort etwa 70 Meter entfernt gefunden wurde. Dabei blieb es. Weder Plan noch Bau begannen.

Die Stadt hat sich zu viel vorgenommen

2016 gab es dann neue Hoffnung. Die Stadt Dippoldiswalde hat sich mit dem Landesamt geeinigt, dass sie sich um die Planung kümmern will. Die Arbeit hätte das städtische Bauamt machen müssen. Die Kosten hätte weiter der Freistaat Sachsen getragen. Damals gab es den Gedanken, die Wiederherstellung des Fußwegs entlang der Weißeritz von Dipps nach Ulberndorf, den das Hochwasser 2013 weggerissen hatte, zusammen mit dem Brückenbau zu erledigen. Der Weg ist schon lange wieder intakt. Die Brücke ist immer noch ein Wunschtraum.

Die Stadt scheint aber ihre Position zu dem Vorhaben auch wieder geändert zu haben. "Die Planung liegt in der Hoheit des Landesamts für Straßenbau und Verkehr. Die Stadt Dippoldiswalde hat dem Landesamt bei eventuellen Kapazitätsengpässen Unterstützung zugesagt", heißt es aus dem Büro der Oberbürgermeisterin weiter. 

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Auch die Stadtverwaltung hat sich mit der Steinbruchbrücke offenbar zu viel vorgenommen. Sie hat bis heute weder eine Brückenplanung vorliegen und erst recht keinen Bau gestartet. Damit erklärt sich auch die Aussage, dass das Projekt angeschoben sei. Sie bedeutet wohl: Es ist auf die lange Bank geschoben. 

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