SZ +
Merken

Der Flickenteppich soll grünen

Neugersdorf. Der FCO will den symbolischen Verkauf der Kunstrasenbausteine ankurbeln. Der Erlös geht an die Jugendabteilungen.

Teilen
Folgen

Von Elisa Schubert

Eine große weiße Fläche, darauf ein paar verstreute grüne Flecken, die sich besonders auf Eckpunkte, Anstoßpunkt und Torauslinie konzentrieren: Was ist los mit Neugersdorfs Kunstrasenplatz? Hat er die Windpocken?

Auf der Homepage des FC Oberlausitz kann man nachschauen: Hinter dem grün-weißen Rätsel verbirgt sich ganz einfach der aktuelle Stand des Kunstrasenplatz-Verkaufs. Für jeden verkauften Quadratmeter gesellt sich ein grünes Feld hinzu und eine Spende in die Vereinskasse. Je mehr Felder, desto mehr grünt’s auf dem symbolischen Sportplatz. Will heißen: Je mehr der Windpocken-Eindruck schwindet, desto mehr wird auch zur Genesung des finanziell angeschlagenen Vereins beigetragen.

Bislang haben zirka 90 Quadratmeter des Kunstrasens einen symbolischen Besitzer bekommen. Je 25 Euro spenden Fans, Sponsoren und Spielerfamilien mit ihrem Kauf für die Jugendarbeit des FC Oberlausitz.

Einer der stolzen Baustein-Inhaber ist zum Beispiel Nick Stamm aus Neugersdorf. Er kann das Stück mit der Nummer 5 192 sein Eigen nennen. „Das ist hinten auf der Torauslinie“, erzählt er. Nick, der seit der F-Jugend für den FC Oberlausitz spielt, hat die Kauf-Urkunde eingerahmt an seiner Wand hängen. Seine Mutter berichtet: „Wir haben ihm das symbolische Rasenstück zur Jugendweihe Ende April geschenkt. Er hat sich sehr darüber gefreut.“

Geschenk für den Jugendleiter

Angela Berndt aus dem Neugersdorfer Sportbüro bestätigt, dass gerade zu Anlässen wie Jugendweihe und Geburtstagen gerne Bausteine verschenkt werden. Der Verein setzte diese Idee am Sonntag selbst in die Tat um. „Gerold Stübner, der bei uns Jugendleiter ist, bekam zu seinem 50. Geburtstag einen Stein“, verrät Angela Berndt. Mit dem Kunstrasenfeld, das mit der Nummer 110 seinem Geburtsdatum nachempfunden ist, möchte sich der Verein für die gute Arbeit seines Jugendleiters bedanken.

In genau diesen Bereich fließt auch der Erlös der seit April laufenden Aktion. Mit 65 000 Euro ist der Jugendbereich die größte Ausgabenposition im Etat der laufenden Saison. Für die neun Jugend-Mannschaften müssen unter anderem wöchentlich Fahrtkosten zu den Auswärtsspielen und Schiedsrichterhonorare aufgebracht werden.

Nicht einfach für den Verein, dem durch unvorhergesehene Sponsorenausfälle Summen im sechsstelligen Bereich weggebrochen sind. „Wir befinden uns in der Konsolidierung. Es ist schwierig und langwierig, wieder auf die Beine zu kommen. Aber die Fans können alle ein bisschen mithelfen“, sagt Andreas Köhler, Marketingverantwortlicher des Vereins. Er selbst hatte den Einfall zu dem symbolischen Verkauf des Rasens. Andreas Köhler: „Das Gute an der Geschichte ist, dass es eine zeitlose Aktion ist – es muss ja nicht bis Weihnachten völlig grün sein.“

Doch sollte das Weihnachtsfest in diesem speziellen Falle grün werden: Die Jugendabteilungen des FC Oberlausitz würde es freuen.