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Der Fuchs bleibt auf der Jagd

Die größte Bausparkasse Schwäbisch Hall gewinnt auf dem Heimatmarkt weitere Anteile und will im Ausland wachsen.

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Von Michael Rothe

Verdoppeltes Neugeschäft, der Wohnungsbau boomt, die staatliche Förderung zieht mit – in China, wo die Bausparkasse Schwäbisch Hall 80000 Kunden hat. Matthias Metz, Vorstandschef beim Branchenprimus, wäre froh, wenn er dies auch nur ansatzweise vom Heimatmarkt sagen könnte. Dort lässt sich die Lage aber nur mit „Stabilisierung“, Einbruch im Wohnungsbau und Aus für die Eigenheimzulage zusammenfassen.

Trotzdem hat der Fuchs, Maskottchen der Schwaben, der Konkurrenz 2007 daheim Anteile abgejagt und liegt jetzt bei 29 Prozent Marktanteil. Im Ausland liegt er auf der Lauer. Dort hat der Fuchs nach Tschechien, der Slowakei, Ungarn, China und Rumänien (einziger Verlustbringer), nun auch Russland im Visier. Laut Metz gibt es erste Gespräche mit Banken. Das vor 15 Jahren gestartete milliardenschwere Auslandsgeschäft „leistet inzwischen einen beachtlichen Ergebnisbeitrag“, so der Chef. Der ist auch dringend nötig. Zwar heißt es in der gestern vorgelegten vorläufigen Bilanz, 2007 sei „insgesamt erfreulich verlaufen“. Doch das Bauspar-Neugeschäft daheim ist mit gut drei Prozent (872000 Verträge über 27,4 Milliarden Euro) rückläufig, die Baufinanzierung (Kredite über zehn Milliarden Euro) gar um neun Prozent.

Schwäbisch Hall sieht sich dennoch „auf hohem Niveau“ und „auf längere Sicht über dem Schnitt der vergangenen Jahre. „Wir haben der Finanzkrise getrotzt und mit Kreditverkäufen nichts am Hut“, sagt Metz zur SZ. Auch die umstrittenen Hochzinsverträge, mit denen sich Konkurrent BHW übernahm und Tausenden kündigen musste, machten in seinem Tarifwerk nur sechs Prozent aus. In der Zukunft setzt Schwäbisch Hall mit 3400 Angestellten und 4000 Außendienstlern auf neue Vertriebswege. 1200 neue freie Mitarbeiter sollen Kunden in Genossenschaftsbanken gezielt auf Bausparen ansprechen, speziell in den Ballungsräumen. Womöglich gibt es Rückenwind vom Gesetzgeber. Der will den Erwerb von Wohneigentum in die Riester-Vorsorge integrieren.