SZ +
Merken

Der Funkeltest

Mal was Neues statt „Alle Jahre wieder“: Seit Freitag ist die Funkelstadt „1000 Funkel“, eine Weihnachtserlebniswelt, auf der Cockerwiese am Dresdner Hygiene-Museum geöffnet. Für Familie Hauswald aus...

Teilen
Folgen

Von Iris Hellmann

Mal was Neues statt „Alle Jahre wieder“: Seit Freitag ist die Funkelstadt „1000 Funkel“, eine Weihnachtserlebniswelt, auf der Cockerwiese am Dresdner Hygiene-Museum geöffnet. Für Familie Hauswald aus Pirna stand fest: „Das wollen wir ausprobieren.“ Die SZ hat Papa Jens (43 Jahre), Mutter Jeannette (42), Tochter Elaine (15) und Sohn Kieran (10) bei ihrem Rundgang am Sonnabendnachmittag begleitet.

Gleich hinter dem Eingang stehen die vier auf dem Funkelmarkt. Zwischen weißen Winterweihnachtsbäumen wandeln riesige Zauberwesen auf Stelzen. Sanfte Harfenmusik plätschert aus den Lautsprechern. Nicht nur die Kinder, auch viele Erwachsene bekommen große Augen angesichts der fantasievollen Kostüme. Hier huscht eine Prinzessin vorbei, dort zwitschert die Vogelfrau. „Toll, und es ist nicht so voll wie auf dem Striezelmarkt“, freuen sich die Hauswalds. An den Ständen gibt es Kerzen, Mützen, Weihnachtsdeko. Das Märchenhafenzelt ist wie ein orientalischer Basar gestaltet, auf der Bühne spielt eine Blaskapelle. Oft darf probiert werden. Jens Hauswald greift beim österreichischen Bergschinken zu, Kieran kostet alkoholfreien Birnen-Sekt.

In den beheizten Zelten werden kalte Nasen wieder warm. „Das ist ein großer Vorteil gegenüber einem normalen Weihnachtsmarkt“, sagt Jeannette Hauswald. Allerdings behält sie die Jacke trotzdem lieber an. Gerade in den Eingangsbereichen zieht es mitunter etwas unangenehm. Ebenfalls schade: Vor der Bühne am Winterzauberplatz fehlen Stühle oder Bänke. Auch im Scherenschnittkino hat er das Nachsehen: alle Plätze waren belegt. Lob gibt es von Kieran für den Märchenwald: Es duftet nach Tannen, eine Eiche erzählt Geschichten, und man kann der Igelfrau beim Backen zuschauen. Kleinere Kinder könnten sich jedoch fürchten, vor allem vor der gruseligen Hexe in ihrem – na klar – funkelnden Häuschen.

Elaine zieht es in die gemütliche Werkstatt von Meister Schnippelscher. Hier kann man ohne Extrakosten Mitbringsel aus Papier wie Lampenschirme oder Anhänger für den Weihnachtsbaum basteln. Einziges Manko: so stimmungsvoll die schummrige Beleuchtung ist, wer an Bleistiftlinien auf schwarzem Papier entlangschnippeln will, braucht Luchsaugen. „Ich könnte das bei dem Licht nicht erkennen“, sagt Jeannette Hauswald.

Völlig unpassend empfanden die Hauswalds den ADAC-Stand im Winterzauberzelt. Gut hingegen sind die sanitären Einrichtungen: Mehrere Toilettenwagen, sauber und ohne extra Kosten, stehen bereit. „Keine lange Warteschlange und gut ausgeschildert“, lobt Jeannette Hauswald.

Auch ein Geldautomat steht auf dem Gelände. Bratwurst und Punsch sind jeweils für 2,50 Euro zu haben. Für Getränke und Naschwerk haben Hauswalds rund 20 Euro ausgegeben. Die Familieneintrittskarte kostet am Wochenende 33 Euro. „Das ist viel Geld. Aber wenn man sieht, was man hier an Veranstaltungen geboten bekommt, finde ich den Eintritt in Ordnung“, sagt Jens Hauswald. „Man kann mit der Familie locker ein paar schöne Stunden verbringen. Wir werden die Funkelstadt jedenfalls weiterempfehlen.“ Die beste Zeit ist der späte Nachmittag ab 15, 16 Uhr, denn erst in der Dämmerung und abends kommen die Lichter so richtig zur Geltung.