SZ +
Merken

Der Gesamtrat Pirnas stimmte 1929 dem gemeinsamen Ortsgesetz zu

Heimatgeschichte

Teilen
Folgen

Von Rainer Rippich

Nach der Absage vom Januar 1925 herrschte Funkstille von fast drei Jahren. Erst im November des Jahres 1927 nahmen Pirna und Zehista vorsichtig Kontakt auf. Der Gesamtrat stimmte am 22. November 1927 einer erneuten Aufnahme von Einverleibungsverhandlungen mit der Gemeinde Zehista zu. Auch die Gemeinde Zehista war an einem Neuanfang interessiert, und Bürgermeister Mäschker teilte den einstimmigen Beschluss des Gemeinderats mit.

Aber erst am 3. Februar 1928 tagten die Einverleibungsausschüsse im Pirnaer Rathaus, da der hiesige Ausschuss neu gewählt wurde. Bei ihrer ersten Sitzung schätzten die Mitglieder ein, dass sich die Verhandlungen noch mindestens ein Jahr hinzögen. Ihre Prognose war mehr als berechtigt, denn der Verhandlungsmarathon zog sich fast drei Jahre hin. Die beiden Partner standen vor weiteren inhaltlichen Fragen und benötigten Genehmigungen der Aufsichtsbehörden. Schwerpunkte in den folgenden Verhandlungen bildeten der künftige Schulbezirk für das Rittergut, die Schaffung einer geeigneten Verwaltungsstelle und die Beschleusung des linken Straßengrabens (Zumpesches Gut bis zur Einfahrt zur Ziegelei Kunath).

Die getroffenen Regelungen fanden in beiden Gemeinderäten Zustimmung, und im November lag ein überarbeiteter Entwurf für ein gemeinsames Ortsgesetz vor. Beide Parteien einigten sich auch noch über die obige, irrtümliche Beschleusung. Nun wollte man dringend die Strecke längs der Dorfstraße vom Gasthof bis zum Grundstück Rühle beschleusen (Foto).

Im Januar 1929 stimmte der Gesamtrat Pirnas dem „gemeinschaftlichen Ortsgesetz der Stadtgemeinde Pirna und der Landgemeinde Zehista“ zu. Im gleichen Monat erhielt Pirna zwei unterschriebene und gesiegelte Anlagen zurück.

Entschädigungen verlangt

Es war die erste Eingemeindungsurkunde.

Wer nun glaubt, dass alle Hindernisse bis zur Übernahme der Gemeinde beseitigt waren, der hat nicht mit der Bearbeitung der Unterlagen durch die Aufsichtsbehörden gerechnet. So forderte der Bezirksverband der Amtshauptmannschaft Pirna für das Ausscheiden der Gemeinde Zehista eine Entschädigung von 39062Reichsmark und die Übernahme von gewährten Bauhilfen von 37246Reichsmark.

Dieser Streit der Entschädigungsfrage spitzte sich zu. Erst im September wurde auf Landesebene durch die Kreishauptmannschaft Dresden verhandelt. In der Vergleichsverhandlung verpflichtete sich die Stadtgemeinde Pirna, an den Bezirksverband die Summe von 1500Reichsmark zu zahlen. Im Gegenzug trat Zehista unter anderem aus dem 82.Schornsteinfegerbezirk, dem I.Impfbezirk, dem 19.Trichinenbezirk, dem 18.Fleischbeschaubezirk und dem 30.Heimbürgenbezirk aus.

Teil 4, Teil 3 erschien am 17. Dezember,

wird fortgesetzt