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Der Gestalter des Dresdner Fürstenzugs malte auch in Leutersdorf

Von Wilhelm Walther stammt das Altarbild in der Christuskirche. Dort berichtet jetzt eine Ausstellung über ihn.

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Von Elke Schmidt

Leutersdorf. Das Altarbild in der Christuskirche ist etwas Besonderes. Nicht so sehr das Motiv, welches Jesus im Kreise seiner Jünger zeigt, sondern vor allem sein Schöpfer. Wilhelm Walther war zu seiner Zeit eine sehr bekannte Persönlichkeit. Er hat unter anderem den Fürstenzug in Dresden entworfen. Er gestaltete die Altarbilder in vielen sächsischen und böhmischen Kirchen, hat Klaus Mitschke vom Stiftungsrat der Kirche herausgefunden. Und nicht nur er ist der Ansicht, dass der Maler und seine Bilder es verdienen, wieder neu entdeckt zu werden.

Dazu will die Kirchenstiftung jetzt mit einer kleinen Ausstellung einladen. Einwohner aus Deutschneudorf im Erzgebirge, dem Heimatort von Wilhelm Walthers Mutter, hatten diese anlässlich seines 100. Todestages zusammengetragen. Sie stellten bei ihren Recherchen fest, dass auch das Leutersdorfer Altarbild aus der Hand „ihres“ Künstlers kam. Also fragten sie in der Leutersdorfer Kirchgemeinde nach, ob Interesse an der Ausstellung bestünde, und stießen auf offene Ohren. Die Ausstellung passt wunderbar in den Rahmen des 150. Kirchweihjubiläums der Christuskirche, sagt Klaus Mitschke. Sie ist eine schöne Ergänzung zu den Konzerten und der Festwoche im Herbst. Und so ist die Ausstellung vor wenigen Tagen direkt aus Mißlareuth, wo sie bisher zu sehen war, nach Leutersdorf gekommen und aufgebaut worden.

Gezeigt werden Kopien und Originale von Werken des Künstlers, dazu wird auch einiges aus seinem Leben erzählt. Geboren wurde Walther in Cämmerswalde im Erzgebirge. Er malte schon in der Schule sehr gut. Seinen ersten Job fand Wilhelm Walther als Maler in einer Serpentinsteinfabrik. Später studierte er an der Dresdner Kunstakademie, in deren Ateliers er eine Zeit lang auch arbeitete.

Weithin bekannt wurde er aber, als der die Ausschreibung für den Fürstenzug gewann. Danach war er ein gemachter Mann mit einer Festanstellung am Fürstenhof. Das Bild in Leutersdorf malte er um 1900, kurz bevor er in den Ruhestand ging.

Die Entstehung des Bildes war einem baulichen Fehler geschuldet. Ursprünglich war die Kanzel in den Altar integriert, sagt Pfarrer Robert Mahling. Aber an dieser Stelle war die Akustik derart schlecht, dass die Gläubigen kaum verstanden, was auf der Kanzel gesagt wurde. Also kam die Kanzel an einen anderen Platz und der Altar wurde neu gestaltet. Dafür wurde ein neues Bild gebraucht. Eine diesbezügliche Ausschreibung gewann Wilhelm Walther.

Wer ihn und sein Werk näher kennenlernen möchte, kann das ab sofort in der Christuskirche in Leutersdorf. Am Sonnabend erzählen die Gestalter aus Deutschneudorf in einem Vortrag alles Wissenswerte über den Maler und die Ausstellung. Die bleibt bis Ende Oktober in Leutersdorf. In dieser Zeit kann man sie täglich besuchen. Dann ist auch jemand für eine Führung in der Christuskirche vor Ort. Der Eintritt ist frei, aber die Beteiligten würden sich über eine Spende freuen. Danach geht die Ausstellung nach Meißen.

Ausstellung „Wilhelm Walther“ bis 31. Oktober täglich in der Christuskirche Leutersdorf, geöffnet wochentags bis 16 Uhr, am Wochenende von 14 bis 17 Uhr; der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen; Einführungsvortrag am 6. Juni, 19 Uhr, in der Christuskirche