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Der GoT-Star, der den Opernball moderiert

Der in Neustadt aufgewachsene Schauspieler Tom Wlaschiha moderiert den Dresdner Opernball in St. Petersburg. 

Beim diesjährigen Semperopernball war Tom Wlaschiha Laudator. Jetzt wartet eine noch größere Aufgabe auf ihn.
Beim diesjährigen Semperopernball war Tom Wlaschiha Laudator. Jetzt wartet eine noch größere Aufgabe auf ihn. © dpa

Das hätte er wohl selbst nicht geahnt, als er damals auf der Bühne des Theaters Junge Generation in Dresden stand. Gut 20 Jahre später ist Tom Wlaschiha ein weltweit gefragter Schauspieler. Ob Gestapo-Chef im Serienhit „Das Boot“, der mysteriöse Jaqen H’ghar im Straßenfeger „Game of Thrones“ oder als Terrorist im Thriller „Berlin Falling“ – für den in Dohna geborenen Sachsen läuft es derzeit richtig gut. In St. Petersburg wartet nun eine ganz neue Aufgabe auf ihn. Gemeinsam mit der Russin Oxana Federova moderiert er am 31. August den ersten Dresdner Opernball in der russischen Millionenstadt.

Herr Wlaschiha, nur noch wenige Tage bis zur großen Ballnacht in St. Petersburg. Wie nervös macht Sie das?

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Ich werde sicher ordentlich Lampenfieber haben. Schließlich ist das neu für mich, durch so einen Abend zu führen. Ich war im vergangenen Februar zum ersten Mal beim Dresdner Semperopernball und durfte dort die Laudatio auf Alain Delon halten. Das war ein sehr schöner Abend. Als der Ballverein mich fragte, ob ich in St. Petersburg moderieren möchte, war das eine Ehre. Ich habe nur kurz gezögert und dann zugesagt. Schließlich wächst man mit seinen Aufgaben. Und so eine Chance kommt nicht gleich wieder.

Sie haben Oxana Federova als Co-Moderatorin an Ihrer Seite. Sie war 2002 Miss Universe und ist in Russland eine bekannte Moderatorin und Schauspielerin. Haben Sie Gelegenheit, die Moderationen gemeinsam zu proben?

Wir werden vorher ein paar Mal gemeinsam proben. Aber ein Moderator lernt seinen Text ja nicht komplett auswendig wie ein Schauspieler. Ein guter Moderator spricht auch frei. Da bin ich gespannt, wie das läuft. Oxana hat da viel Erfahrung, und zusammen sind wir hoffentlich ein gutes Team.

Kennen Sie Russland oder ist das Ihre erste Reise dorthin?

Ich war tatsächlich schon ein paar Mal in Russland, unter anderem für eine amerikanische Produktion. Privat bin ich mit dem Auto um die Ostsee gefahren und war damals auch in St. Petersburg. Das ist eine wahnsinnig schöne und kulturell sehr reizvolle Stadt. Mir wurde erzählt, dass es dort früher eine große Balltradition gab, die durch die Oktoberrevolution 1917 abrupt beendet wurde. Es ist toll, dass der Verein des Semperopernballs aus der Partnerstadt Dresden diese Tradition wiederbelebt.

Sprechen Sie denn Russisch?

Ich hatte sieben Jahre Russisch in der Schule, aber leider ist nicht viel hängengeblieben. Aber als ich in England die ersten Filmrollen bekam, war ich durch den Unterricht klar im Vorteil. Da habe ich tatsächlich Russen gespielt, weil ich mit Akzent sprechen konnte. Auch wenn man also in der Schule denkt, das braucht man im Leben nicht mehr – es kann immer ganz anders kommen.

Sind Sie ein begeisterter Ballgänger und Tänzer?

Der Semperopernball in diesem Jahr war mein erster richtiger Ball. Bei der Tanzstunde in der siebenten Klasse habe ich mal den zweiten Platz belegt (lacht). Ein Walzer ist aber jederzeit drin. Wenn es komplizierter wird, bräuchte ich noch etwas Nachhilfe.

Wenn das Moderatorenpaar also tanzen müsste, hätten Sie damit kein Problem?

Das wäre die Kür. Die Pflicht ist die Moderation, das ist die Herausforderung.

Stichwort: Smoking-Pflicht. Wie schön ist es als Mann, dass man sich um die Garderobe für solch einen Abend keine Gedanken machen muss?

Unglaublich praktisch. Mit einem schwarzen Smoking liegt man ja nie falsch. Und in St. Petersburg soll es ja Ende August auch schon etwas kühler sein, das ist dann auf jeden Fall ein Vorteil gegenüber den Damen in ihren luftigen Kleidern.

Bringen Sie Ihren eigenen mit oder bekommen sie einen neuen?

Ich habe meinen eigenen Smoking dabei.

Als Mann von Welt – hat man da nur einen im Schrank oder geht der Trend zum Zweit-Smoking?

Da ich in letzter Zeit öfter mal auf Veranstaltungen bin, wo ein Smoking verlangt wird, habe ich tatsächlich schon zwei im Schrank.

Der Smoking als Gradmesser für die Karriere sozusagen. Aktuell läuft es bei Ihnen sehr gut, oder?

Im Moment freue ich mich sehr, was für tolle und interessante Jobangebote kommen und welche Möglichkeiten sich mir bieten.

An welchen aktuellen Projekten arbeiten Sie gerade?

Ich habe gerade die zweite Staffel von „Das Boot“ für den Sender Sky abgedreht, die kommt im Frühjahr 2020 raus. Vor dem Ball bin ich noch für eine Woche in Dänemark und arbeite mit einem dortigen Theater an einem Brecht- Projekt. Ab September drehe ich dann eine Rolle in einem italienischen Film, und die zweite Staffel „Jack Ryan“, in der ich mitspiele, wird Ende des Jahres auf Amazon zu sehen sein.

Viel zu tun also. Können Sie auch nein sagen oder ist da die Angst, irgendwann nicht mehr so gefragt zu sein?

Alles kann man nicht machen. Ich kann mich ja schlecht zerteilen. Aber ich probiere gern Neues aus. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man öfter mal „ins kalte Wasser springen“ muss.

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Dann sollte das mit der Moderation ja klappen. Hätten Sie denn Lust, auch mal den Semperopernball in Dresden zu moderieren?

Jetzt freue ich mich erstmal auf St. Petersburg und einen hoffentlich unvergesslichen Abend dort.

Das Interview führte Jana Mundus.

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