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Der Grenzgänger läuft ins Rampenlicht

Simon Schempp gewinnt das zweite Rennen in Folge. Dabei gab es auch ganz andere Zeiten.

© dpa

Von Thomas Wolfer

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Als Simon Schempp nach dem vierten Weltcupsieg seiner Karriere auf dem Siegertreppchen gefeiert wurde, konnte er sein Glück kaum fassen. „Das ist wie im Traum, die letzten drei Rennen waren der Wahnsinn“, sagte er nach seiner Galavorstellung in Antholz. Vier Tage nach dem spektakulären Triumph im Massenstart von Ruhpolding wiederholte der 26-Jährige in Südtirol seinen Vorjahreserfolg.

„Ich fühle mich einfach gut, und ich bin froh, wenn es jetzt so weitergeht. Mit guten Ergebnissen im Rücken macht es immer mehr Spaß“, erklärte der derzeit erfolgreichste deutsche Biathlet. In Ruhpolding hatte er mit nur acht Zentimetern Vorsprung im Massenstart gewonnen – und vorher im Sprint Platz zwei belegt.

Schempp befindet sich in der Form seines Lebens, Lohn für diese Konstanz ist der dritte Rang im Gesamtweltcup. Sein Erfolgsgeheimnis ist simpel: „Man darf sich auf den Erfolgen nicht ausruhen, dann geht der Schuss gleich wieder nach hinten los. Die Konkurrenz ist so groß, da darf man sich nichts erlauben.“ Fokussiert, akribisch und erfolgshungrig – Schempp gönnt sich keine Pause. „Ich habe momentan nur Biathlon im Kopf“, sagt er. „Aber es werden sicher auch wieder schlechtere Wettkämpfe kommen.“

Viele davon hat er in diesem Winter noch nicht abgeliefert, und so sticht er aus der homogenen deutschen Mannschaft heraus. Schempp lacht im Moment viel, die große Aufmerksamkeit scheint ihm dabei fast ein wenig unangenehm zu sein.

Allerdings weiß der Ex-Freund von Miriam Gössner auch bestens, wie es ist, wenn es gar nicht läuft. „Das vergisst man nicht“, sagte Schempp rückblickend zum Jahr 2010. Damals musste er die Saison abbrechen, weil gar nichts mehr ging. Die Leistungen waren im Keller, ein Erschöpfungssyndrom wurde diagnostiziert. Zum einen, sagt er, sei er dadurch sensibler geworden. Andererseits gelte: „Das Ganze ist immer auch eine Gratwanderung. Denn um richtig gut zu werden, muss man natürlich sehr hart trainieren. Da bewegt man sich leicht an der Grenze.“ Er kam zurück, lief und schoss solide, aber meist unauffällig. Das ist nun anders.

Die Karriere des früheren alpinen Rennläufers begann im Schützenhaus seiner Heimatstadt Uhingen in Baden-Württemberg. Weil es keinen Biathlon-Schießstand im Freien gab, machte er dort die ersten Erfahrungen mit der Waffe, das Lauftraining absolvierte er mit Skirollern auf Fahrradwegen. Erst mit 15 Jahren ging er an das Ski-Internat in Furtwangen und entwickelte sich dort zu einem überragenden Schützen und schnellen Läufer.

Nach seinen jüngsten Gala-Auftritten muss der zurückhaltende Schwabe, der als Schlussläufer der Staffel gesetzt ist, nun schon die Erwartungen bremsen. Mindestens bis zur WM im Kontiolahti Anfang März will er in Topform bleiben. Die erste Einzelmedaille ist das Ziel. (sid/mit SZ)

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