SZ +
Merken

Der große Ansturm bleibt aus

Meißen. Die Lange Nacht der Kunst und Kultur war mäßig besucht. Dennoch sind die Organisatoren zufrieden.

Teilen
Folgen

Von Ulrike Körber

Die neunte Lange Nacht der Kunst, Kultur und Architektur ist vorbei. Die Stühle und Noten sind längst weggeräumt. Jetzt sitzen die Organisatoren über den Zahlen, den Ergebnissen aus dem Kartenverkauf. Und die sind eher ernüchternd. Rund 20 Prozent weniger Einnahmen als im vergangenen Jahr wurden erzielt. „Es war recht ruhig in der Stadt“, resümiert Theaterchefin Renate Fiedler. 20 Prozent weniger heißt, dass etwa 1 050 Eintrittskarten verkauft worden sind. 2005 waren es wenigstens etwas mehr als 1 200 Tickets. „Das bedeutet, dass die Ausschüttung des Erlöses nicht so üppig ausfällt in diesem Jahr“, so Renate Fiedler. Die Organisatoren machen Miese. 1 300 Euro fehlen etwa im Budget. 7 600 Euro wurden insgesamt kassiert.

Einen Grund für die schlechte Saison sieht die Theaterchefin in den Veranstaltungen, die zeitgleich in Dresden zum Stadtfest stattfanden. „Wir haben normalerweise sehr viele Besucher aus der Landeshauptstadt. Die scheinen in diesem Jahr alle zum eigenen Fest gegangen zu sein“, sagt sie. „Da wir aber immer zwei Jahre im voraus planen, konnten wir uns auf diese besonderen Veranstaltungen nicht einstellen “, so die Koordinatorin.

Auffällig für die Organisatoren in diesem Jahr war, dass die Besucher sehr spät erschienen. Statt 18 Uhr, mit dem Beginn der meisten Veranstaltungen, kamen die Gäste meist erst gegen 20 Uhr. „Der Hauptandrang war zwischen 20 und 22 Uhr und zum Abschlusskonzert kurz vor Mitternacht auf dem Markt“, so Renate Fiedler.

Trotz dieser Erfahrungen wollen die Kultureinrichtungen an dem bisherigen Konzept festhalten. 2007 gibt es die zehnte Lange Nacht der Kunst und Kultur. „Die ersten Reaktionen der Veranstalter waren jedenfalls positiv. Sie wollen alle weitermachen“, sagt Renate Fiedler. Morgen werden die Beteiligten zusammenkommen und die neunte Auflage der Traditionsnacht auswerten. Eines kann Renate Fiedler aber schon vorab sagen: „Zwei Veranstaltungsorte hatten einen enormen Zuwachs an Gästen. Das Prälatenhaus und die Stadtbibliothek wurden am meisten besucht“, sagt sie. Das stimme optimistisch. Erst recht, weil es sich um so kleine Häuser handelt, so die Theaterchefin, die sich allerdings zu den eigenen Veranstaltungen besonders hingezogen fühlte. „Für manche Aufführungen reichten die Stühle gar nicht.“