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Der große Bahnhofs-TÜV

Wo gibt es frische Brötchen, wo verriegelte Toiletten? Die SZ hat die größten Bahnhöfe im Kreis Meißen getestet.

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Von Linda Barthel und Dominique Bielmeier

Sie sind das Erste, das Bahnreisende sehen, wenn sie mit dem Zug im Elbland ankommen: die Bahnhöfe. Nur in Coswig, Meißen, Großenhain und Riesa gibt es überhaupt noch Bahnhöfe, die diesen Namen verdient haben – die also nicht nur ein reiner Haltepunkt zum Ein-, Aus- und Umsteigen sind. Wie präsentieren sich diese Haltestellen den Reisenden? Welchen Service bieten die Bahnhofshallen, wo müssen Kunden Abstriche machen? Die Sächsische Zeitung hat die vier großen Bahnhöfe der Region getestet und präsentiert Gewinner und Verlierer in der Übersicht.

Großenhain Erster Eindruck: Der Cottbuser Bahnhof ist ein gepflegtes Gebäude, das mit seiner Farbgestaltung gut ins Umfeld passt. Bahnhofshalle:  Die kleine Bahnhofshalle teilen sich Bistro und Servicezentrum, getrennt durch eine Glaswand. Fahrkarten: Tic
Großenhain Erster Eindruck: Der Cottbuser Bahnhof ist ein gepflegtes Gebäude, das mit seiner Farbgestaltung gut ins Umfeld passt. Bahnhofshalle: Die kleine Bahnhofshalle teilen sich Bistro und Servicezentrum, getrennt durch eine Glaswand. Fahrkarten: Tic
Meißen Erster Eindruck: Das große, klobige Gebäude lässt mehr Bahnsteige und Läden vermuten, als es tatsächlich gibt. Bahnhofshalle:  Hier lässt es sich aushalten, obwohl die eine oder andere Ecke schon renovierungsbedürftig ist. Außerdem fehlt es an Sitz
Meißen Erster Eindruck: Das große, klobige Gebäude lässt mehr Bahnsteige und Läden vermuten, als es tatsächlich gibt. Bahnhofshalle: Hier lässt es sich aushalten, obwohl die eine oder andere Ecke schon renovierungsbedürftig ist. Außerdem fehlt es an Sitz
Riesa Erster Eindruck: Wirkt in die Jahre gekommen. Der Eingang ist nicht gleich zu erkennen. Bahnhofshalle:  Die längliche Halle ist sauber und warm. Von den Sitzplätzen aus kann man die Abfahrtszeiten auf einer Tafel verfolgen. Fahrkarten: Vor dem Bahnh
Riesa Erster Eindruck: Wirkt in die Jahre gekommen. Der Eingang ist nicht gleich zu erkennen. Bahnhofshalle: Die längliche Halle ist sauber und warm. Von den Sitzplätzen aus kann man die Abfahrtszeiten auf einer Tafel verfolgen. Fahrkarten: Vor dem Bahnh

Am besten abgeschnitten hat der Bahnhof in Riesa, dicht gefolgt von Meißen. Nur in Riesa halten auch ICEs, vielleicht ist die Bahnhofshalle dort deshalb so gut auf Reisende eingestellt, die sich länger aufhalten müssen – so ein ICE kommt ja öfter mal zu spät oder wartet nicht auf Anschlussreisende. In Meißen gibt es dafür das letzte Bahnhofsrestaurant, das im Test durch die Qualität der Speisen und die freundliche Bedienung überzeugt hat. Ob geräuchertes Matjesfilet mit Salzkartoffeln oder ein warmer Hirtenkäse auf Salat – sowohl für den kleinen als auch für den großen Hunger lässt sich auf der Speisekarte etwas finden. Dazu serviert der Chef ein kaltes Bier mit Schaumkrone.

Großenhain und Coswig belegen im SZ-Vergleich die hinteren Plätze. An beiden Bahnhöfen müssen sich Reisende mitunter lange den Gang zur Toilette verkneifen, in Großenhain auch mal die Beine in den Bauch stehen, wenn das Bistro gerade geschlossen ist.

Topp sind alle Bahnhöfe, was den Anschluss an den Nahverkehr angeht: Überall ist der Busbahnhof gleich nebenan. Auch Parkplätze zu finden, fällt an allen Bahnhöfen im Elbland nicht allzu schwer. Oftmals können die Stellflächen sogar kostenfrei genutzt werden.

Was die Barrierefreiheit angeht, können die Bahnhöfe im Kreis Meißen mithalten: Fast überall gibt es funktionierende Aufzüge, in Coswig wird gerade an der Barrierefreiheit gearbeitet.

Das Fazit zum SZ-Bahnhofstest lautet daher: Auch wenn der eine oder andere einen frischen Anstrich, eine weitere Toilette oder ein paar neue Fliesen gebrauchen könnte, muss sich der Landkreis für seine Bahnhöfe nicht schämen.

Fotos: L. Barthel, C. Hübschmann, K.-D. Brühl, D. Bielmeier