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Der große Striezelmarkt-Test

Der Altmarkt ist seit dieser Woche wieder das Zentrum der Weihnachtshauptstadt Dresden. Der Striezelmarkt zieht viele Besucher an. Doch lohnt sich der Besuch? Wir testen und bewerten es.

© dpa

Der Altmarkt ist seit dieser Woche wieder das Zentrum der Weihnachtshauptstadt Dresden. Der Striezelmarkt wird am ersten Adventswochenende wieder viele Besucher anziehen. Nicht nur die Dresdner kommen gern, auch viele Gäste aus Deutschland und dem Ausland werden sich an den geschmückten Buden entlangschieben. Doch lohnt sich ein Besuch? Die SZ testete den Markt und bewertete ihn in den Punkten Preis-Leistung, Atmosphäre, Sicherheit, Kinderangebote, Sanitäranlagen, Orientierung und Besonderheiten.

Der Striezelmarkttest in sechs Kategorien

Preise: Wer aufpasst, kann sparen

Ein Striezelmarkt-Besuch kann teuer werden. Gerade für Essen und Trinken sind schnell mal einige Euro weg. Zwar haben sich die Händler auf 2,50 Euro für eine Tasse Glühwein geeinigt. Doch den bieten die wenigsten an. Mit Winzerglühwein für drei Euro lässt sich wohl ein besseres Geschäft machen. Die 2,50Euro Tassenpfand muss jeder zusätzlich im Geldbeutel haben. Die Bratwurst kostet drei Euro, 100 Gramm gebrannte Mandeln drei Euro und sechs Krapfen zwei Euro. Bei diesen Einheitspreisen kann nur der sparen, der aufpasst, wo er am meisten für sein Geld bekommt. So geraten die Krapfen an manchen Ständen deutlich größer. Der Preis-Leistungs-Sieger: der halbe Meter Bratwurst für vier Euro plus Baguette. Den gibt es unter anderem am Stand vor dem Altmarktkeller.

Wertung: 3 von 5 Punkten

Atmosphäre: Weihnachten auf jedem Blick

Wer auf dem Striezelmarkt unterwegs ist, sollte ab und an auch mal nach oben schauen. So mancher Betreiber eines Verkaufsstands hat wahre Kunstwerke auf dem Dach drapiert. Ob kleine verschneite Dorfansichten, kecke Wichtel oder Rentiere – die Dekoration der Hütten ist auf jeden Fall einfallsreich und dabei in den seltensten Fällen kitschig. Ohne Tannengrün kommt dabei keiner aus. Trotz riesiger Menschenmengen wirkt die Gestaltung liebevoll und anheimelnd. Große Pluspunkte in Sachen Atmosphäre sind der Riesenschwibbogen und die große Pyramide. Die sind auch bei den Besuchern beliebt, sodass eigentlich ständig irgendwo ein Foto mit einem der beiden gemacht wird. Auch der Weihnachtsbaum ist diesmal ein Hingucker. Nach dem verunglückten des Vorjahres ein echter Hit.

Wertung: 5 von 5 Punkten

Sicherheit: Polizei passt auf

Seit der Eröffnung am Mittwoch sind täglich mehrere Polizeibeamte auf dem Striezelmarkt eingesetzt. Insgesamt zehn laufen derzeit im Zentrum der Weihnachtshauptstadt Streife. Doch auch deren Augen können nicht überall sein. Deshalb sollte im dichten Gedränge jeder Gast gut auf seine Wertsachen achten, Handtaschen gut verschließen und Geldbörse oder Handy nicht einfach nur in die Jackentasche schieben. Wer Hilfe braucht, findet die mobile Polizeiwache gleich neben dem Infopavillon an der Wilsdruffer Straße. Direkt daneben hat sich der Kreisverband des Roten Kreuzes in einer Hütte eingerichtet und verarztet dort Marktbesucher, die gestürzt sind oder Kreislaufprobleme haben. Auch das DRK ist mehrmals am Tag zu Kontrollgängen unterwegs. Am Wochenende schieben vier Sanitäter Dienst.

Wertung: 4 von 5 Punkten

Überraschungen: Nette Besonderheiten

Noch etwas zögerlich nutzen die Besucher die vier neu aufgestellten Fotoautomaten. Dort kann sich jeder ganz einfach selbst fotografieren und das Bild auf einer vorgefertigten Postkarte ausdrucken. Dafür stehen verschiedene Kartenvarianten zur Verfügung. Eine gute Idee der Organisatoren, die vor allem beim jüngeren Publikum ankommen dürfte. Weil es auf dem Markt auch eine Weihnachtspostfiliale gibt, können die Karten auch gleich verschickt werden. Auch kleine Geschenkanhänger können an den Automaten ausgedruckt werden. Wer das neue Angebot nutzen will, sollte aber auf die Tageszeit achten. Bei Dunkelheit ist das Fotoergebnis eher kläglich.

Wertung: 3 von 5 Punkten

Spaßfaktor: Kindern wird viel geboten

Kindern wird es auf dem Striezelmarkt nicht langweilig. Im hinteren Bereich ist wieder ein kleines weihnachtliches Abenteuerland für sie entstanden. Im Märchenhaus werden Geschichten vorgelesen, im Wichtelkino laufen Filme und in der Weihnachtsbäckerei können die Kleinen für vier Euro Plätzchen backen und sie danach verzieren. Preislich ist nicht alles ein Schnäppchen. Mit 1,50 Euro für eine Fahrt mit der beliebten Kinder-Bimmelbahn sind Eltern noch gut dran. Wer mit seinem Nachwuchs Runden auf dem Riesenrad drehen will, muss allerdings schon etwas mehr zahlen. Für Kinder werden zwei Euro fällig, Erwachsene zahlen drei Euro.

Wertung: 4 von 5 Punkten

Toiletten: Schlange stehen auf dem Klo

Für dringliche Bedürfnisse gibt es auf dem Striezelmarkt zwei Anlaufpunkte: zum einen die Toiletten im Parkhaus unter dem Altmarkt, und der aufgestellte Toilettencontainer in der Nähe des Infopavillons an der Wilsdruffer Straße. An einem kleinen Kassenhäuschen zahlt dort jeder für die Nutzung 50 Cent. Das zuständige Personal regelt den Zutritt zu den Containern, auf der Rückseite befinden sich außerdem die Klos für die Händler. Die Toiletten selbst sind sauber. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigt jedoch, dass sich gerade am Wochenende oftmals Schlangen vor den offiziellen Toiletten bilden. Gerade für die umliegenden Cafés und Restaurants wird das problematisch, weil die Striezelmarktgäste dann dort versuchen, die Toiletten zu nutzen.

Wertung: 3 von 5 Sternen

Aufbau: Man behält den Überblick

Auch wenn die Gänge zwischen den Budenreihen breit genug sind, an den Adventswochenenden dürfte es trotzdem wieder eng werden. Nur gut, dass durch die kreisförmige Anordnung mancher Stände immer wieder kleinere Plätze geschaffen wurden. Dort hat die Schieberei erst mal ein Ende und jeder kann verschnaufen. Trotzdem bleibt die Orientierung auf dem Markt schwierig. Wer gemeinsam unterwegs ist, sollte sich einen markanten Treffpunkt ausmachen für den Fall, dass man sich im Getümmel verliert. Im Infopavillon an der Wilsdruffer Straße wird Leuten geholfen, die einen ganz bestimmten Stand suchen. Wer ein internetfähiges Handy dabei hat, kann auf der Seite www.dresden.de/striezelmarkt auch die Suchfunktion auf der Marktkarte für eine eigene Recherche nutzen.

Wertung: 4 von 5 Sternen

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