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Der Gute-Laune-Botschafter

Deutschlands erfolgreichster Musiker wird 85: James Last geht im nächsten Jahr wieder auf Tour und kommt nach Sachsen.

© obs

Von Esteban Engel

Es war nur so ein Wortspiel, hatte James Last im vergangenen Jahr erzählt, als er für „The Last Tour“ angeblich zum letzten Mal auf Tour ging. An Rückzug denke er nicht, er mache weiter bis zum Umfallen, sagt der Erfinder des „Happy Party Sound“ zwölf Monate später in seinem Haus in Florida. Im März 2015 steht wieder eine Konzertreise an, die ihn am 17. April nach Leipzig führt. Die Musiker seien engagiert, an den Noten arbeite er noch. An seinem heutigen 85. Geburtstag klingt Deutschlands Sonderbotschafter für gute Laune, als ob ihm gerade der große Karrieresprung bevorsteht. „Alles gut, alles super“, sagt Last. Er sei am Morgen schon im Pool geschwommen, am Nachmittag wolle er noch eine Runde golfen; der Bandleader hat im Rentnerparadies der USA, wo er seit mehr als 30 Jahren lebt, seinen „American way of life“ gefunden. In Deutschland guckten die Menschen an der Ampel immer so verbissen, „hier ist alles easy“.

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Dass Hans Last, ein Beamtenkind aus Bremen, zum Musikstar aufstieg, klingt bei James Last wie die normalste Sache der Welt. Irgendwann habe es bei ihm gefunkt, und sein Sound war geboren: Pop im Bigband-Format wie ein Film in Cinemascope. Für manche Kritiker klangen die Bearbeitungen wie bis zur Unkenntlichkeit weichgespült.

Dabei hat der 1929 geborene Last das Musikgeschäft von der Pike auf gelernt. Sehr früh saß er am Klavier, seine älteren Brüder Werner und Robert musizierten ebenfalls. 1943 besuchte er die Heeresmusikschule Bückeberg, in den ersten Friedensjahren spielten die Brüder im Orchester von Radio Bremen. Dann gründete James seine Band.

Zur Musik mischte er Geräusche, ausgelassene Lacher oder Gläserklirren. Die Hörer sollen das Gefühl bekommen, dass die Feier längst im Gange sei. Dazu verarbeitete der Arrangeur Titel diverser Popgrößen, fertig ist der „Happy Party Sound“.

Schicksalsschläge sind ihm denoch nicht erspart worden. Lasts erste Frau Waltraud wurde bei einem Autounfall schwer verletzt, 1997 starb sie an Krebs. Danach heiratete er die 30 Jahre jüngere Vermögensberaterin Christine Grundner. Jetzt blickt er nur nach vorne: Das Leben sei, als habe er „jeden Tag Geburtstag“. So könnte auch eines seiner Alben heißen. (dpa)