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Der harte Kern kämpft weiter gegen den Grauwackeabbau

112 Menschen demonstrieren am Montagabend in Gebelzig. Diesmal spielt dabei auch Weihnachten eine Rolle.

Von Bernhard Donke

Weihnachtsbäume überall. Auch bei der Montagsdemonstration in Gebelzig fehlen sie nicht. Die Einwohner kämpfen gegen einen geplanten Grauwacketagebau vor den Toren ihres Ortes. Allen voran leuchten am Montagabend zwei Weihnachtsbäume im Lichterglanz auf einem Traktoranhänger. Dahinter folgen 112 Einwohner und Befürworter des Protestes. Dazu klingen Weihnachtslieder auf dem Weg vom Gebelziger Schlosshof bis zur Autobahn in Weißenberg und wieder zurück. Diese Strecke laufen die Protestler seit dem 6. August 2012. Über hundert Menschen kommen seitdem jedes Mal zusammen, um gegen das Vorhaben der Hartsteinwerke Ostsachsen aus dem baden-württembergischen Osterburken zu kämpfen.

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Begleitet werden die Demonstrierenden diesmal auch wieder von den Sächsischen Landtagsabgeordneten Kathrin Kagelmann (Die Linke) und Peter Schowtka (CDU). Beide suchen das Gespräch mit den Protestlern. Viele hoffen, dass das Sächsische Oberbergamt in Freiberg bald entscheidet, ob der Grauwackeabbau kommt – oder nicht. Denn vor allem die Ungewissheit zermürbt die Einwohner und zerrt an deren Nerven. Immerhin liegt der Plan der Hartsteinwerke Ostsachsen seit Ende 2007 beim Sächsischen Oberbergamt auf dem Tisch und wird dort bearbeitet.

Solange keine Entscheidung gefallen ist, müssen die Gebelziger weiter bangen. Rund 50 Millionen Tonnen Grauwacke lagern vor Gebelzig. Das Gestein wird unter anderem verwendet, um Kopfsteinpflaster herzustellen. Würde der Plan genehmigt, stehen den Gebelzigern zirka 80 Jahre Grauwackeabbau bevor. Etwa 160 Lkw würden täglich zum Steinbruch und wieder zurück fahren. Wochentags soll zwischen 6 und 22 Uhr abgebaut werden, sonnabends bis 14 Uhr. Auch Sprengungen soll es geben – in der Woche zwischen 7 und 19 Uhr.

Für Gebelzig steht also viel auf dem Spiel. Deshalb wollen die Einwohner und ihre Unterstützer weiter demonstrieren. Nach einer kurzen Winterpause sollen die Montagsdemonstrationen 2014 weitergehen. Als erster Termin ist der 7. April geplant, wie Sprecher Denis Riese von der Bürgerinitiative „Pro Gebelzig“ erklärt. „Das Jahr 2013 ist wie im Fluge vergangen, aber wir haben gemeinsam den drohenden Tagebau auf Abstand gehalten“, sagt er. „Dafür allen Beteiligten vielen Dank.“