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Der Innenausbau des Meißner Bahnhofs verzögert sich

Hüllenlos präsentiert sich der Meißner Bahnhof. Obwohl Fassade, Dach, Fenster und Türen frisch saniert sind, zeigt sich das Gebäude im Innern als Baustelle, als eine ruhende Baustelle. Der nun anstehende Innenausbau lässt weiter auf sich warten.

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Von Harald Daßler

Hüllenlos präsentiert sich der Meißner Bahnhof. Obwohl Fassade, Dach, Fenster und Türen frisch saniert sind, zeigt sich das Gebäude im Innern als Baustelle, als eine ruhende Baustelle. Der nun anstehende Innenausbau lässt weiter auf sich warten. „Wir mussten die Arbeiten noch einmal neu ausschreiben“, nennt die Leipziger Bahn-Sprecherin Änne Kliem auf SZ-Nachfrage den Grund für die neuerliche Verzögerung. Weitere Details dazu waren von der Bahn-Sprecherin nicht in Erfahrung zu bringen. „Sobald die Ausschreibung abgeschlossen ist, geht die Sanierung im Innenbereich weiter“, erklärt Änne Kliem. Auf ein Datum will sie sich nicht festlegen.

Außerdem weist sie Vermutungen zurück, die Neuausschreibung für den 2. Bauabschnitt könne in einem Zusammenhang mit der Ablehnung eines Förderantrages der Stadt stehen. Diese hatte nämlich rund 80000 Euro aus der Städtebauförderung für den Bahnhof locker machen wollen, wobei der Eigenanteil aus dem Meißner Haushalt ein Drittel betragen hätte.

Eine solche Unterstützung hätten die Planer der Bahn sicher gern in Anspruch genommen. Schließlich stehen von den insgesamt 1,2 Millionen Euro aus einem besonderen Bahn-Konjunkturpaket für die Sanierung des Meißner Bahnhofes nur 300000 Euro bereit, um die vor 81 Jahren gebaute Empfangshalle auch im Innern in „einer neuen Frische“ zu präsentieren, wie es in der Baubeschreibung heißt.

Nach Auskunft von Änne Kliem werde in Meißen auch im Innern des Bahnhofes so gebaut wie geplant. Neben einem neuen Farbanstrich – im dem denkmalgeschützten Gebäude natürlich in Abstimmung mit dem Denkmalschutz – soll ein abgeschlossener und zugluftsicherer Wartebereich mit Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Außerdem soll das markante grüne Fliesenband aus Meissener Porzellan aufgearbeitet werden. Die Beleuchtung in der Halle in Bauhausarchitektur wird nach historischem Vorbild mit neuen, energiesparenden Leuchtmitteln ausgerüstet werden. Als Geste des guten Willens stellte die Stadt der Bahn dennoch 2500 Euro aus ihrem Haushalt zur Verfügung. Damit beteiligt sie sich an der Sanierung der Toiletten in dem Gebäude, wie Oberbürgermeister Olaf Raschke erklärt.

Mit dem Innenausbau sind die Arbeiten am Meißner Bahnhof aber noch nicht abgeschlossen. Die Bahnsteige und Gleisanlagen werden erst im Zuge des S-Bahn-Ausbaus der Strecke Coswig-Meißen in den nächsten Jahren erneuert. Völlig offen bleibt auch die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes. „Die Bahn ist der Eigentümer“, erklärt der Oberbürgermeister, warum die Stadt nicht mehr als eine Gestaltung anmahnen kann. Bislang steht eine Reaktion aus.