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Der Jüngste ist und bleibt das Sorgenkind

Jährlich bittet die SZ um Spenden für „Lichtblick- Menschen helfen Menschen in Not“. Die Aktion hilft, wo sonst niemand einspringt. Durch die Zusammenarbeit mit Sozial- und Jugendämtern und karitativen Einrichtungen wird sichergestellt, dass die Spenden der SZ-Leser dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden.

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Er ist mittlerweile der Sonnenschein der Familie. Vor knapp drei Monaten erblickte Bruno das Licht der Welt. Und die Mutter sowie Erwin (2), Freddy (6), Franz (9) Lisa (12) und die anderen Brüder und Schwestern freuten sich über ihr jüngstes Geschwisterchen. Zunächst schien alles in Ordnung. Die obligatorischen Routineuntersuchungen waren gemacht worden. „Bruno hat zwar ein bisschen abgenommen, aber eine Krankheit war ihm nicht anzumerken“, erzählt die Mutter. Doch plötzlich kam ein Anruf aus dem Krankenhaus. Die Blutwerte seien nicht in Ordnung, der Junge müsse sofort ins Krankenhaus nach Dresden – in die Uniklinik. Die Mutter musste nun schnell mit dem Jungen losfahren und zu Hause alles stehen und liegenlassen.Wie sich herausstellte, hat der Junge Phenylketonurie, eine Stoffwechselerkrankung, die man mit einer speziellen Ernährung behandeln muss. Das hört sich nicht so schwerwiegend an, hat aber gravierende Folgen für die Familie. Denn sie musste sich von heut auf morgen darauf einstellen, dass sie sich um den Jüngsten wesentlich mehr kümmern muss, als um ein gesundes Baby.Zuerst musste die Mutter zweimal pro Woche, jetzt muss sie noch einmal mit dem Kind nach Dresden zur Uniklinik, wo die Blutkontrollen gemacht werden. Von dort kommen Hinweise zur Ernährung für die nächsten Tage. PKU 1-Pulver ist die Grundlage, Pre Milasan kann zugefüttert werden. Auf ein Zentelgramm kommt es hier beim Abwiegen des Pulvers an. Eine spezielle Waage, die in keinem Billigshop zu haben ist, musste angeschafft werden sowie ein Telefon mit Fax. Die Mutter will auch Treffen der Selbsthilfegruppe in Dresden besuchen. In der hiesigen Region gibt es keine, denn die Krankheit des Jungen kommt so häufig nicht vor.Die Fahrten nach Dresden gehen ins Geld. Mit so viel zusätzlichen Kosten hat man nicht gerechnet. Sie belasten das Familienbudget erheblich. Denn nicht alles, wird über die Krankenkasse ersetzt. „Da wird es mit anderen notwendigen Anschaffungen und zu Weihnachten in diesem Jahr bei uns eng werden“, sagt die Mutter, die ohnehin mit jedem Cent rechnen muss. Sie nutzt alle Sparmöglichkeiten, um den Lebensunterhalt für die Familie zu bestreiten: Esspakete der Görlitzer Tafel, Einkauf in Gebrauchtwarenläden und die Angebote in Kleiderkammern. Dringend müssten zwei Liegen im Kinderzimmer ersetzt und Bettzeug – einige Kopfkissen und Bettdecken – erneuert werden. Die Görlitzer Tafel will mit einer Liege helfen, die Aktion Lichtblick übernimmt die Kosten für die andere Liege und zwei Kopfkissen dazu.