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Der Jugendklub-Gründer

Maximilian Rother hat sich für die Schließung einer Lücke in Hoyerswerda Partner gesucht.

Maximilian Rother, hier am Sitz der örtlichen Arbeiterwohlfahrt im WK IX, hat die Initiative ergriffen, um einen aus seiner Sicht bestehenden Mangel in Hoyerswerda zu beheben: Es soll wieder einen Jugendklub in der Stadt geben.
Maximilian Rother, hier am Sitz der örtlichen Arbeiterwohlfahrt im WK IX, hat die Initiative ergriffen, um einen aus seiner Sicht bestehenden Mangel in Hoyerswerda zu beheben: Es soll wieder einen Jugendklub in der Stadt geben. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Legendär sind die Jugendklubs, die es einst in Hoyerswerda gegeben hat. Den Krabat-Klub zum Beispiel fand man zunächst im Schloss-Keller, dann in der Kirchstraße. Der FMP-Klub befand sich in einem Nebengebäude des Jugendklubhauses. Und wer in den „Laden“ wollte, der musste in den WK V. Freilich sind das nur Beispiele. Andere Namen: Utopia, Scholzklub, Life-Klub oder Weka-10-Klub.„Mein Vater hat mir ein bisschen darüber erzählt“, sagt Maximilian Rother. Er ist gerade 18 geworden und in einem Hoyerswerda aufgewachsen, in dem es abgesehen von den Ortsteilen keinen einzigen Jugendklub mehr gibt. „Vielleicht bis 16 ist das Ossi ja ganz schön“, sagt der junge Mann übers Jugendklubhaus. Aber für die etwas Älteren bräuchte es etwas anderes.

Mitglied im Jugendstadtrat

Maximilian mag seine Heimatstadt und er sieht seine Zukunft durchaus hier. Er kommt jetzt in die zwölfte Klasse des Léon-Foucault-Gymnasium, trainiert in seiner Freizeit Taekwon-Do, ist seit 2017 Jugendstadtrat und engagiert sich im Kreisjugendwerk des örtlichen Ablegers der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Mittlerweile ist er auch noch Jugendklub-Mitbegründer.Der 18-Jährige hat sich unter jungen Leuten im Freundes- und Bekanntenkreis umgehört. Dabei stellte er fest, dass er nicht der Einzige ist, der einen offenen Jugendtreff vermisst. Die Gespräche drehten sich auch schon um die Ausstattung. Einen Pool, berichtet der Gymnasiast, habe da zum Beispiel jemand im Scherz vorgeschlagen: „Ich habe darum gebeten, realistisch zu bleiben.“ Eine Couch wäre schon ganz schön, meint Maximilian: „Aber ganz ehrlich: Fürs Erste reichen vielleicht auch ein paar Paletten zum Zusammenzimmern.“

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Möglichkeit in der Straße E

Mithilfe des Awo-Jugendwerkes soll der Klub nun so schnell wie möglich Realität werden. Maximilian Rother hatte zunächst bei den LebensRäumen nach einer Möglichkeit gefragt. Die Genossenschaft habe aber gerade nichts Passendes in petto. Also das Jugendwerk. Als Maximilian vor ein paar Tagen in seiner Schule einer der beiden Moderatoren einer Diskussionsrunde mit den fünf Oberbürgermeister-Kandidaten war, hakte er bei OB-Bewerber Torsten Ruban-Zeh nach, dem Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes. Dieser stellte einen Tag später sein Wahlprogramm vor und verkündete: „Den Jugendklub machen wir nicht erst nach der Wahl, sondern jetzt.“ Inzwischen kristallisiert sich nach der Begutachtung von einigen Immobilien heraus, dass sich Räumlichkeiten im Bürohaus in der Straße E eignen würden.Im früheren Verwaltungssitz des Wohnungsbaukombinates zogen – betreut von der Awo – 2016 minderjährige Flüchtlinge ein, die ohne Begleitung Erwachsener nach Deutschland gekommen waren. Inzwischen wird das sogenannte Uma-Wohnheim nicht mehr gebraucht. Schon vor geraumer Zeit sind die letzten Bewohner ins Kinder- und Jugendwohnheim der Awo in der Schulstraße umgezogen. Die Räume sind also frei. Sie stehen tatsächlich leer, denn die Möbel werden mittlerweile in anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen genutzt beziehungsweise sind zu diesem Zweck zunächst eingelagert. Aber Küche und Toiletten beispielsweise sind betriebsbereit. Vielleicht, meint Maximilian, könne man ja eine Bar einrichten. Dann natürlich soll im Jugendklub gefeiert werden. Da ist, so die Überlegung, eine Unterbringung am Rande des Industriegeländes vielleicht die schlechteste Idee nicht.Aber, ergänzt der Jugendklub-Aktivist, neben der Party-Nutzung solle der neue Klub durchaus auch für produktive Aktivitäten genutzt werden. Er denkt dabei zum Beispiel an Kurse oder Workshops etwa zu den vielfältigen Internet-Fallen. Zur inhaltlichen Arbeit ist aber inzwischen auch schon Kontakt zu den Jugendclubs in Hoyerswerdas Ortsteilen hergestellt. Ein Name wird sich dann wohl noch finden. „Das will ich nicht alleine entscheiden“, sagt Maximilian Rother.Er meint, es sollte nicht bei der Feststellung bleiben, dass Hoyerswerdas Altersdurchschnitt stetig steigt. Der Gymnasiast denkt, die Jugend könne im Rahmen ihrer Möglichkeiten durchaus dazu beitragen, dass die Stadt für sie selbst attraktiver wird.

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