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Pirna

„Der Kader ist mir definitiv zu klein“

Fußball: Wesenitztal spielte eine schwache Hinrunde, steigerte sich aber erheblich. Trainer Uwe Rahle weiß, wieso.

Die ersten Neuverpflichtungen hat Uwe Rahle schon realisiert. Fertig ist er mit der Personalplanung aber noch nicht.
Die ersten Neuverpflichtungen hat Uwe Rahle schon realisiert. Fertig ist er mit der Personalplanung aber noch nicht. © Marko Förster

Sieben Siege, elf Niederlagen, sechs Unentschieden – die Bilanz des SV Wesenitztal in der abgelaufenen Spielzeit der Fußball-Landesklasse Mitte kann als durchwachsen bezeichnet werden. Dabei hatte es zur Winterpause sogar noch deutlich schlechter ausgesehen, als Vorletzter befand sich der SVW in akuter Abstiegsgefahr. In der Rückrunde lief es für die Elf von Trainer Uwe Rahle dann aber besser, am Ende stand ein solider neunter Rang zu Protokoll. Im SZ-Gespräch zieht der erfahrene Übungsleiter ein Fazit und blickt bereits auf die neue Saison.

Herr Rahle, Ihr Saison-Resümee dürfte zweigeteilt ausfallen, oder?

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Auf jeden Fall. Die Hinrunde war einfach zum Vergessen. Auch wenn wir sicherlich in dem einen oder anderen Spiel durchaus hätten punkten können, zehn Zähler waren abstiegsreif. Wie sich die Mannschaft dann aber in der Rückrunde zusammengerauft hat, auch bewusst einen etwas anderen Spielstil angenommen und umgesetzt hat, war vollkommen in Ordnung. Das letzte Spiel gegen Hainsberg klammere ich da mal aus (0:5/d.A.). Allerdings sieht man ja an der Tabelle, wie eng es zugeht. Drei Punkte mehr oder weniger können ganz schnell vier oder fünf Tabellenplätze ausmachen.

Der BSV Sebnitz kehrt nach dem freiwilligen Abstieg 2018 wieder in die Landesklasse zurück. Was sagen Sie als Ex-Trainer der Kunstblumenstädter dazu?

Um das detailliert zu bewerten, fehlt mir wirklich der Einblick in die internen Gegebenheiten der Sebnitzer. Ich habe noch mit einigen BSV-Spielern Kontakt und die habe ich natürlich beglückwünscht.

Sie waren auch jahrelang Coach bei Stahl Freital. Dort steht man vor einer Fusion mit Motor Freital und dem Hainsberger SV. Was halten Sie von dieser Entwicklung?

Das sehe ich ausgesprochen positiv. Eine gewisse Politikerin würde „alternativlos“ dazu sagen. Wer heutzutage sportlich nicht auf der Stelle treten will, muss Kräfte bündeln. Das bringt Vorteile, was Zuschauerzahlen, Spielerkader, finanzielle Mittel, Sportstätten, Fördergelder, Schiedsrichter und Nachwuchs betrifft. Ich denke, dass das auch andernorts der einzig vernünftige Weg wäre, um vorwärtszukommen.

Staffelsieger BSC Freiberg hat sehr spät seinen Aufstiegsverzicht erklärt. Wie bewerten Sie das – und was trauen Sie Motor Wilsdruff in der Sachsenliga zu?

Wir waren vor drei Jahren in Sebnitz in einer vergleichbaren Situation. Ich kann die Entscheidung von Freiberg durchaus nachvollziehen. Allerdings hätte man sie fristgemäß bekannt geben sollen. Die ewige Unklarheit betrifft ja auch andere Mannschaften bis hin zu eventuellen Mehrabsteigern in unteren Ligen. Vor den Wilsdruffern ziehe ich den Hut, dass die den Mut haben, das anzugehen. Ich wünsche ihnen viel Glück und den Klassenerhalt. Der sportliche Sprung in die Landesliga ist aus meiner Sicht eine gewaltige Herausforderung.

Ab wann müssen Ihre Schützlinge die ersten Trainingseinheiten für die nächste Spielzeit einplanen?

Wir beginnen am 16. Juli wieder mit dem Training und in diesem Jahr hoffentlich mit besseren Wetterbedingungen als im letzten Jahr. Wir werden dann Vorbereitungsspiele gegen Weixdorf, Striesen und Dohna absolvieren. Die erste Pokalrunde am 10. und 11. August zähle ich auch noch zum Vorbereitungsprogramm dazu.

Gibt es schon Neuigkeiten aus Ihrem Spielerkader zu verkünden?

Momentan sieht es so aus, dass unsere tschechischen Spieler ihre Karriere beenden werden. Dafür haben wir Ersatz gefunden, mit Robert Lauterbach vom Radebeuler BC und Felix Böhme, der aus Hainsberg zu uns stößt. Allerdings ist mir der Kader definitiv zu klein. In Bannewitz hatten wir beim Spiel nur einen Ersatztorwart auf der Bank, der dann als Stürmer einspringen musste. Gegen Freital und Freiberg mussten uns Spieler aus der zweiten Mannschaft helfen. In eine solche Situation sollten wir nächstes Jahr nicht noch einmal kommen. Wir brauchen also noch ein paar Zugänge.

Ein leidiges Thema ist die Winterpause, die sich diesmal vom 1. Dezember 2019 bis 7. März 2020 hinzieht. Da verlernen einige doch das Fußballspielen, oder?

Etwas übertrieben ist das so, aber genau das ist das eigentliche Thema: Drei Monate Winterpause und lediglich sechs Wochen im Sommer. Warum, Schulferien hin oder her, gibt es im August nicht zwei Wochen mehr Pause? Die beiden Spiele lassen sich locker im Dezember noch abwickeln. Wenn man dazu eventuell eine Woche eher im Winter beginnen würde, wäre Mitte Juni auch Schluss. Das Thema Wetter zählt für mich nicht, denn wie viele Spiele sind in den letzten Jahren wirklich ausgefallen? Ich denke auch, dass die meisten Vereine dieses Risiko für eine längere Sommerpause durchaus eingehen würden.

Ist denn für Sie im Sommer Zeit für einen vernünftigen Familienurlaub?

Drei Wochen Sommerpause bis zum Trainingsstart sind fast schon rekordverdächtig – und dann bleiben nur vier Wochen für die Vorbereitung. Wir werden trotzdem eine Woche Urlaub am Mittelmeer machen.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.

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