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Der Karneval siecht dahin

Endlich ist alles vorbei. Dieser ganze Faschingsquatsch“, sagt Helmut zu seiner Frau Ingrid. „Was für ein Fasching? Ich habe nichts davon bemerkt. Nicht mal mehr die Kinder laufen als Räuber und Prinzessin verkleidet herum wie wir früher“, sagt Ingrid.

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Endlich ist alles vorbei. Dieser ganze Faschingsquatsch“, sagt Helmut zu seiner Frau Ingrid. „Was für ein Fasching? Ich habe nichts davon bemerkt. Nicht mal mehr die Kinder laufen als Räuber und Prinzessin verkleidet herum wie wir früher“, sagt Ingrid. „Fasching hat eben keine Tradition bei uns im Elbland, außer in Radeburg vielleicht und in Strehla“, sagt Helmut. „Ach, es gab schon Fasching hier. Als noch der Hamburger Hof in Meißen offen war, haben wir im Kostüm wild getanzt und geknutscht. Es war nicht alles schlecht in der DDR, “ sagt Ingrid. „Das ist immer noch viel zu viel Fasching in dieser Gewichtheberhalle, die kurz vor dem Einsturz steht“, sagt Helmut. „Die reden seit Jahren von einer Sanierung. Nichts geschieht. Außerdem läuft den Karnevalsvereinen das Personal weg. Geld fehlt auch. 800 Euro kostet so ein Kleidchen fürs Funkenmariechen“, sagt Ingrid. „Das kann ruhig noch teurer werden, damit das mal ein Ende hat mit dieser Funkengarde und dem ekligen Männerballett. Ich freue mich, dass der Karneval dahinsiecht.“ „Ich trete in den Meißner Karnevalsverein ein“, sagt Ingrid, „und spende auch etwas Geld aus unserer Familienkasse.“