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Döbeln

Der Krisen-Lieferservice

Was, wenn die Butter ausgeht? In Zeiten der Einschränkungen durch das Coronavirus genügt schon ein Anruf und das Gewünschte steht vor der Tür.

Kati Voigt geht ab sofort nicht nur für sich und ihre fünfjährige Tochter, sondern auch für Fremde einkaufen.
Kati Voigt geht ab sofort nicht nur für sich und ihre fünfjährige Tochter, sondern auch für Fremde einkaufen. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Am Morgen war die 39-jährige Kati Voigt im Leipziger Konsum Lebensmittel einkaufen. Ein paar Stunden später füllt sie schon wieder Nudeln, Butter und Wurst in den Einkaufwagen. Nicht für sich, sondern für einen älteren Mann aus Wetterwitz. Dieser nutzt als erster das Angebot der Landtagsabgeordneten Marika Tändler-Walenta (Linke).

Kati Voigt ist eine von drei Mitarbeitern im Döbelner Büro der Landespolitikerin. Weil die Arbeit im Dresdener Landtag wegen der Pandemie eingeschränkt ist, haben sich Marika Tändler-Walenta und ihr Team entschieden, die freie Zeit zu nutzen und anderen zu helfen – wie so viele andere Initiativen auch.

Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

„Es läuft langsam an“, sagen die Abgeordnete und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin übereinstimmend. „Aber wir bleiben dran.“ Für Sonnabend gebe es zwei Einkaufslisten, die abzuarbeiten sind. Weitere könnten gern noch bis Freitag hinzukommen. „Das Angebot ist nicht nur, aber vor allem für Ältere gedacht, die wegen der Ansteckungsgefahr nicht nach draußen sollten und jene, die im ländlichen Raum nicht mobil sind“, erklärt Kati Voigt noch einmal. Am Mittwochnachmittag erledigt sie neben dem Einkauf gleich noch einen Botengang, steckt beim Arzt ein Brief in den Kasten. „Das ist kein Problem“, sagt die Leipzigerin.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Sie hat sich zu einer bestimmten Zeit mit ihrem Einkaufsauftraggeber verabredet, stellt ihm das Gewünschte vor die Tür. Das Geld findet sie in einem Briefumschlag an einem verabredeten Ort. Sicher soll es schon sein. Das betrifft aber nicht nur die Ansteckungsgefahr. Mit dieser Aktion wollen die Linkenpolitikerin und ihre Mitarbeiter auch Trickbetrügern das Handwerk legen (wir berichteten). Aus der Angst der Menschen vor der neuartigen Lungenerkrankung versuchen die ersten Kriminellen nämlich schon, Kapital zu schlagen.

Um noch etwas mehr für die Gesundheit der Menschen in der Region zu tun, gibt es in den Einkaufsbeuteln, die die Mitarbeiter auf Anfrage im Raum des Altkreises Döbeln zustellen, schon bald eine Baumwollmaske dazu. „Das passiert in Zusammenarbeit mit der Roßweiner Bürgerhaus-Initiative“, sagt Kati Voigt. Eine Nähgruppe sei derzeit fleißig am Arbeiten.

Dorit Lohse vom Döbelner Körnerplatz findet dieses Angebot prima. „Ich würde ihn auch nutzen, wenn ich mich eines Tages mal nicht mehr auf die Straße getraue“, so die 47-Jährige. Sie weiß, dass sie als chronisch Kranke zu einer Risikogruppe gehört. Gerade deshalb sei sie von einem solchen Service begeistert.

Kontakt zum Einkaufstelefon: 03431/710045