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Der Kunstglaser

Strahlend hell zeigt sich die Kapelle des Altenpflegeheimes St. Ludmila in Crostwitz. Der Blick fällt unweigerlich auf die vier übermannshohen, bunten, bleiverglasten Fenster, die regelrecht zu leuchten scheinen.

Von Manuela Reuß

Strahlend hell zeigt sich die Kapelle des Altenpflegeheimes St. Ludmila in Crostwitz. Der Blick fällt unweigerlich auf die vier übermannshohen, bunten, bleiverglasten Fenster, die regelrecht zu leuchten scheinen. Werner Bubnick hat sie eigenhändig gefertigt.

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Der 54-Jährige betreibt in Elstra das Art-Deco-Glasstudio, in dem er unterschiedlichste Verglasungen – vor allem in Blei- und Tiffany-Technik – herstellt. Seine Arbeiten zieren überwiegend Türen, Fenster, Lampen und Spiegel. Glas fasziniert ihn. Schon seit vielen Jahren. Deshalb machte Bubnick vor etwa zehn Jahren sein Hobby zum Beruf. „Ich bin mit dem Handwerk und dem Material Glas verwurzelt. Für mich ist es mehr als nur Arbeit.“

Neue Verglasung für Sakristeitür

Als Handwerker ärgerte ihn schon geraume Zeit der Anblick der Sakristeitür in der Elstraer Kirche. Also fertigte er eine neue Bleiverglasung für die Pforte. Einfach so. „Ich konnte diese labbrige Tür nicht mehr sehen“, erklärt er. Und da es ja überall am Geld fehle, habe er es eben kostenlos gemacht. Das sei nicht der Rede wert, erklärt der Christ. Schließlich weiß er sich in guter Gesellschaft. In der Kirchgemeinde „gibt jeder mal irgendwas“, erklärt der Kunstglaser.

Auch der Anblick der Fenster in der kleinen Kapelle im Altenpflegeheim St. Ludmila in Crostwitz widerstrebte seinem Handwerkeranspruch. Um Einblicke in den Andachtsraum zu vermeiden, war weißes Flies zwischen die Scheiben geklemmt. Werner Bubnick hatte eine bessere Lösung. Seine Bleiglasfenster schirmen neugierige Blicke ebenso ab. Zudem ermöglichen sie faszinierende Farbspiele.

Seine allererste Glasarbeit fertigte der gebürtige Kamenzer zu DDR-Zeiten. In seinem damaligen Eigenheim. Seinerzeit klebte er – noch recht unbedarft – rote, grüne und blaue Scheiben in Rhombenform auf eine Trägerscheibe, um dem Windfang eine eigene Note zu geben. Das war quasi die Initialzündung, sich intensiver mit Kunstglaserei zu beschäftigen. Inzwischen beherrscht der Handwerker die klassische Methode des Verbleiens von Glas ebenso wie moderne Klebetechniken, bei denen es hohe Kunst ist, Scheiben blasenfrei miteinander zu verkleben. Im Souterrain seines Hauses am Talpenberg richtet sich der Kunstglaser eine Werkstatt ein. In der gestaltet er neben Fenster- und Türverglasungen auch reihenweise Tiffany-Lampen. „Kreativ muss man schon sein.“

Seine Arbeit soll gefallen

Hat er eine Arbeit begonnen, lässt sie ihn nicht mehr los. „Es ist ein schönes Gefühl eine Kunstverglasung von der ersten Idee über die Entwurfszeichnung bis hin zur eigentlichen Verglasungsarbeit entstehen zu sehen.“ Manches Mal tue es auch weh, wenn ein besonders anspruchsvolles Objekt die Werkstatt verlässt, erklärt Bubnick. Entschädigt werde er, wenn seine Arbeit anderen gefalle. Seine Bleiglasfenster in der Crostwitzer Kapelle beispielsweise fand der 87-jährige Bewohner Paul Schäfer so toll, dass er sich entschloss, die Kosten für eines der Fenster zu übernehmen.

Viele von Bubnicks Arbeiten findet man in der Region. Im Schloss Weißig genauso wie in Pulsnitz oder Ruhland. Bis nach Berlin lieferte er schon Verglasungen, die er mit speziellem Wunschmotiv fertigte. „Genauso hab ich mir’s vorgestellt“, schwärmte die Kundin. „Das ist dann das größte Lob für mich“