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Der lange Weg zum Scheunenhofcenter

Pirnas großes Einkaufszentrum öffnet am 2. September. Bis dahin dauerte es allerdings weit über 25 Jahre.

Scheunenhofcenter in Pirna: Eine Geschichte von Versuchen, vom Scheitern, vom Neuanfang.
Scheunenhofcenter in Pirna: Eine Geschichte von Versuchen, vom Scheitern, vom Neuanfang. © Thomas Möckel

Seit einigen Wochen steht nun fest: Das Pirnaer Scheunenhofcenter öffnet am 2. September. Die Edeka-Grundstücksgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen hatte den Komplex in den vergangenen drei Jahren errichten lassen. 

Bis dahin war es allerdings ein langer Weg. Über 25 Jahre dauerte es, bis die letzte große Innenstadtbrache im Karree zwischen Robert-Koch-Straße, Bahnhofstraße und Hospitalstraße bebaut wurde. Es ist eine Geschichte von Versuchen, vom Scheitern, vom Neuanfang. Sächsische.de fasst die Ereignisse in einer Chronik zusammen. 

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August 1994: Seit Anfang der 1990er-Jahre reiften Pläne, das Scheunenhof-Areal zu bebauen. Nach kontroverser Denkmal-Debatte verabschiedet sich die Sparkasse von ihren Bebauungsplänen. 

Januar 1995: Pirna hatte einen Investorenwettbewerb für das Areal ausgeschrieben. Die Dresdner Rosco Planungs- und Bauträgergesellschaft gewinnt. 

September 1995: Rosco initiiert - so war die Auflage - einen Architektenwettbewerb. Am Ende gibt es vier Preisträger, bis Dezember will sich Rosco für einen Entwurf entscheiden. Baustart soll im dritten Quartal 1996 sein. 

Mai 1996: Das Projekt ist vorerst gescheitert. Rosco findet keinen Betreiber für den von einem Kaufhaus dominierten Baukomplex.

Juni 1996: Rosco drängt dennoch auf eine Baugenehmigung, die Pirna allerdings verweigert. Der Grund: der Entwurf der Bebauung entspreche weder den Vorgaben der Stadt noch denen des Architektenwettbewerbs. 

November 1996: Pirna muss an Rosco 443.000 Mark für die Planung des Scheunenhofcenters zahlen.

Juni 1997: Rosco hält weiterhin an Plänen für ein Einkaufszentrum mit 4.000 Quadratmeter Verkaufsfläche fest und will einen Bebauungsplan aufstellen lassen.

Mitte 1998: Nach langem Hin und Her präsentiert Rosco ein neues Konzept - diesmal mit Einkaufszentrum nebst Freizeiteinrichtungen. Geworden ist daraus nichts. 

August 2002: Rosco hat im Mai Insolvenz angemeldet. Nach der Pleite des Scheunenhof-Investors bemüht sich Pirna, das Grundstück zurückzubekommen. Die Stadt hält generell weiter an einer Bebauung des Areals fest.

September 2007: Nach Jahren des Stillstands soll nun alles ganz schnell gehen. Der Stadtrat soll dem Verkauf des Areals, das zum Teil der Stadt, teils der Post gehört, zustimmen. Es gibt zwei Bewerber: die Wellcome Projekt GmbH, die ein Einkaufszentrum mit Hotel plant. Und die Hochtief Projektentwicklung GmbH, die ein reines Einkaufszentrum favorisiert. 

Januar 2008: Pirna kauft das Teilgrundstück des Scheunenhof-Areals, das bislang der Post gehört, für 750.000 Euro. 

Mai 2008: Die Pirnaer Arbeitsgruppe "Scheunenhof" - bestehend aus Händlern, Hausbesitzern, Stadträten und Vertretern des Rathauses - legt ihren Abschlussbericht vor. Die Gruppe votiert für ein Einkaufszentrum, hat dafür aber klare Vorgaben. 

Dezember 2008: Der Stadtrat beschließt, die Bebauung des Scheunenhof-Areals mit einem Einkaufszentrum europaweit auszuschreiben. Ziel: ein Einkaufszentrum mit 5.000 bis 8.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. 

März 2009: Zwei Investoren geben eine verbindliche Bewerbung ab. 

Mai 2009: Der Stadtrat beschließt, einen Bebauungsplan für das Scheunenhof-Areal aufzustellen, obwohl ein konkreter Investor noch fehlt. 

März 2010: Das Projekt Scheunenhofcenter ist wieder einmal gescheitert. Der letzte potenzielle Investor ist abgesprungen. 

Mai 2010: Das Rathaus bemüht sich erneut um die Vermarktung des Scheunenhof-Areals. 

Oktober 2010: Das Scheunenhof-Gelände soll nun doch mit einem Einkaufszentrum bebaut werden. Es gibt zwei neue Investorengruppen: einmal Patron Dieter aus Luxemburg sowie die Drespa Holding BV aus den Niederlanden gemeinsam mit Thomas Guggenmos Bauträger + Projektentwicklung Dresden. 

Dezember 2010: Der Stadtrat erteilt den Zuschlag für den Bau des Einkaufszentrums. Er geht an Investor und Projektentwickler Thomas Guggenmos und Planer Steffen Gebhardt. 

Februar 2011: Die Investoren wollen in einem halben Jahr das Konzept fürs Scheunenhofcenter vorlegen. 

Juli 2011: Projektentwickler Guggenmos darf laut des Stadtrates sein Projekt bis Ende September umplanen. Er plant weiterhin einen Lebensmittelmarkt nebst kleineren Geschäften, allerdings nun mit weniger Verkaufsfläche als bislang projektiert. 

Oktober 2011: Pirna sucht erneut einen Investor für das Scheunenhofcenter. Die Zusammenarbeit mit Guggenmos wurde beendet, weil er in der vorgegebenen Frist keine neuen Unterlagen einreichte. 

Dezember 2011: Zwei Architekturbüros, "Kretschmar + Dr. Borchers" sowie Steffen Gebhardt stellen neue Pläne für ein Einkaufszentrum vor. Gebhardt hat sogar einen potenziellen Investor: Edeka.  Wenig später bekommt Gebhardt gemeinsam mit der Edeka Nordbayern Bau- und Objektgesellschaft den Zuschlag. 

August 2012: Das Projekt steht abermals vor dem Aus. Architekt Gebhardt hat die Zusammenarbeit mit Edeka beendet, weil Edeka die Entwürfe mehr modifizieren wollte, als der Stadtratsbeschluss zulässt. 

Oktober 2012: Edeka will dennoch bauen und stellt ein neues Konzept vor. Geplant wird das Einkaufszentrum nun vom Pirnaer Architekturbüro "Seidel + Architekten".

Juni 2013: Edeka bereitet einen Bebauungsplan für das Scheunenhofcenter vor. 

September 2013: Edeka zahlt den Kaufpreis für das Scheunenhof-Areal an Pirna, er soll bei 1,6 Millionen Euro liegen. 

Dezember 2013: Der Stadtrat beschließt den Bebauungsplan für das Scheunenhof-Areal. Das Center kann nun geplant werden. Wenig später gibt es den ersten symbolischen Baggerhub. Geplante Fertigstellung: Ende 2015. 

September 2014: Es gibt noch keinen Baustart-Termin, Edeka hatte die Teilbaugenehmigung beanstandet. 

April 2015: Pirna erteilt Edeka die Baugenehmigung für das Scheunenhofcenter, doch es tut sich lange nichts. Edeka versetzt mehrfach den Pirnaer Stadtrat. 

Januar 2016: Edeka hält weiter am Einkaufszentrum fest. Das Vorhaben verzögert sich aber, weil  es Schwierigkeiten mit potenziellen Mietern gab. 

Juni 2016: Edeka kündigt den Baustart für Oktober an, inzwischen ist das Objekt umgeplant, es gibt weniger Handel, dafür nun Wohnungen, die die Johanniter betreuen.

Dezember 2016: Edeka verschiebt den Baustart auf das Frühjahr 2017. 

Mai 2017: Die Bauarbeiten beginnen tatsächlich. Beim Erdaushub läuft allerdings die Baugrube voll Grundwasser, es muss aufwendig abgepumpt werden. 

Dezember 2017: Pirna erteilt eine neue Baugenehmigung - gemäß der von Edeka beantragten Änderungen. 

August 2018: Die Bodenplatte ist fertig, der Hochbau wächst. 

März 2019: Der Rohbau ist nahezu fertig. 

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Juli 2020: Edeka gibt bekannt, dass das Scheunenhofcenter nach den Sommerferien am 2. September eröffnet wird. 

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