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Warum der Bürgerrat die Ost-Stars liebt

In Görlitz-Königshufen soll noch im August eine Party mit bekannten DDR-Künstlern steigen - damit wieder Schwung in den Stadtteil kommt.

Peter Hoffmann (links) und Vertreter vom Bürgerrat Königshufen weilten zu Himmelfahrt 2020 bei Dagmar Frederic (mit Blumen) und gratulierten nachträglich zu deren 75. Geburtstag.
Peter Hoffmann (links) und Vertreter vom Bürgerrat Königshufen weilten zu Himmelfahrt 2020 bei Dagmar Frederic (mit Blumen) und gratulierten nachträglich zu deren 75. Geburtstag. © Matthias Wehnert

Es ist nichts los in Königshufen. Das lässt der Bürgerrat dieses Görlitzer Stadtteils nicht mehr gelten. Denn es engagieren sich Männer und Frauen in diesem Rat, damit etwas los ist. Vorneweg marschiert Peter Hoffmann.

Der 56-Jährige ist bekennender Schlagerfan. Viele Jahre lang organisierte er auf der Landeskrone, dem Görlitzer Hausberg, regelmäßig Varieté-Abende, zu denen er bekannte und weniger bekannte Schlagersterne einlud. Und sie kamen. "Die Film-Aufnahmen davon erzielten bei MyTVplus im Internet gute Einschaltquoten", erklärt Hoffmann. 

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Die Aufnahmen begannen, als Peter Hoffmann noch beim örtlichen Regional-Fernsehsender eRTV arbeitete. Jetzt ist er bei einer Bautzener Firma angestellt und deutschlandweit tätig. Seinen Geburtstag im September nutzte er jedes Jahr als Anlass für eine große, offene Party.

Auch in diesem Jahr wird das so sein. Allerdings coronabedingt nicht öffentlich und auch nicht auf der Landeskrone. Denn die dortige Terrasse ist baufällig und trotz so mancher Ankündigung des Pächters immer noch nicht so hergerichtet, dass Veranstaltungen möglich sind. Mit der Gartensparte "Damaschke" und der Gaststätte Nordquell in Königshufen haben Hoffmann und der Bürgerrat seit geraumer Zeit neue Partner gefunden. Dort finden jeden zweiten Dienstag im Monat, ab 19 Uhr, die Sitzungen des Rates statt, im Sommer in der Sparte, im Winter in der Gaststätte.

Zweites Bürgerfest in Vorbereitung

Hoffmann steckte mit seiner Vorliebe für die leichte Muse viele Menschen an. Darunter Undine und Hans-Dieter Korzeniewski, Gerhard Heinig, Annett Rumler, Beate Schubert und Monika Steinke, die jetzt im Bürgerrat mitarbeiten. Er wurde am 14. Juni neu gewählt. Bürgerräte gibt es in den Stadtteilen seit wenigen Jahren als eine in Görlitz neue, weitere Form der Demokratie in der Stadtgesellschaft.

Im Vorjahr organisierte der Rat das erste Bürgerfest in Königshufen, zu dem die Sängerin Regina Thoss kam. Dem ersten Fest folgt nun am 29. August das zweite an und in der Kö-Passage. Für die musikalische Unterhaltung sorgen dabei die DDR-Stars Hartmut Schulze-Gerlach alias Muck, die Sängerinnen Maja-Catrin Fritsche und Linda Feller sowie Kabarettistin Friedlinde. Auch einen Trödelmarkt wird es geben. Die Gewerbetreibenden in der Kö-Passage und deren Verwalter Heid und Partner Immobilienmanagement aus Görlitz ziehen mit. "Und viele weitere wären zu nennen", sagt Hoffmann. Er ist sehr froh, dass sich immer mehr Menschen engagieren, um etwas auf die Beine zu stellen.

Dem Bürgerrat ist es ein wichtiges Anliegen, die Königshufener Bürger aus dem Alltag herauszuholen, damit sie ihren eigenen Stadtteil erkunden oder neu entdecken, andere Bewohner kennen lernen, gemeinsam Zeit  verbringen und sich unterhalten lassen. Die Musik sei ein guter Weg dazu, sagt Hoffmann. Aber auch für andere Sachen engagiert sich der Rat, unter anderem im Vorjahr für ein Insektenhotel am Alexander-Bolze-Hof und eine Gieß- und Putzaktion mit Kita-Kindern.

Vorschlag fürs Ehrenbuch der Stadt

Für die leichte Musik, vor allem Schlager, interessiert sich der 56-jährige Hoffmann schon immer. Er besuchte Veranstaltungen und Konzerte, sammelte Autogramme. Und kam dabei mit seinen Idolen ins Gespräch. Mit dem Schauspieler Gojko Mitic zum Beispiel verbindet ihn eine Freundschaft, "wir sind per Du", sagt Hoffmann. Zu der Entertainerin Dagmar Frederic gibt es enge Beziehungen. Auch sie war oft in Görlitz und hatte die Moderation für das Görlitz-Varieté auf der Landeskrone übernommen. 

Hoffmann, Vertreter des Bürgerrats sowie Heidi und Olaf Lehmann fuhren in diesem Jahr zu Himmelfahrt nach Berlin-Rahnsdorf, wo Frederic lebt, und überbrachten nachträgliche Geburtstags-Glückwünsche. "Zum eigentlichen Termin ging das nicht wegen Corona", erklärt Hoffmann. 

Für das Görlitzer Rathaus hat Hoffmann einen speziellen Vorschlag: Er möchte, dass sich der Schauspieler und Sänger Giso Weißbach in das Goldene Buch der Stadt eintragen darf. "Er war häufig und gern in Görlitz und wirbt für die Stadt, obwohl er eigentlich Botschafter für das Erzgebirge ist", berichtet Hoffmann. "Im Dezember wird er 80, über dieses Geschenk würde er sich bestimmt freuen", erklärt Hoffmann. 

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