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Der letzte verbliebene Wettkampf

Das größte Sportereignis der Stadtregion Hoyerswerda ist für Profi-Triathlet Markus Thomschke 2020 das einzige.

Profi-Triathlet Markus Thomschke berichtete gestern, was der Knappenman ihm bedeutet. Im Hintergrund: Hobby-Triathlet
Thomas Leberecht.
Profi-Triathlet Markus Thomschke berichtete gestern, was der Knappenman ihm bedeutet. Im Hintergrund: Hobby-Triathlet Thomas Leberecht. © Foto: Gernot Menzel

Weißkollm. Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht (CDU) ist bei Weitem kein Triathlon-Neuling, war schon wiederholt beim Knappenman aktiv, mal beim Einsteiger, mal in der Staffel. Am 30. August wird er sich aber erstmals auf die olympische Distanz begeben – 1,5 Kilometer im Wasser zurücklegen, 40 km auf dem Rad und dann eine 10-km-Laufrunde. Drei Stunden hat Lohsas Rathaus-Chef angepeilt und sagt: „Ich hoffe, dass ich das gut durchstehe.“

Täglich Brot und Ausfall auf Ausfall

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Markus Thomschke ist für den Kommunalpolitiker zuversichtlich. Die Basis: Das, was er in den vergangenen Jahren so gesehen hat. „Das sah gut und flüssig aus. Da mache ich mir keine Sorgen.“ Wenn es jemand einschätzen kann, dann Thomschke. Triathlon ist seit acht Jahren buchstäblich sein täglich Brot. Der Athlet vom OSSV Kamenz betreibt den Sport tatsächlich beruflich. In diesem Jahr bedeutete das vor allem Training, Training und nochmals Training. Wegen der Covid-19-Pandemie wurde ein Wettkampf nach dem anderen abgesagt. Thomschkes großes Ziel war bislang der Ironman-Austria-Kärnten am 20. September. Am Dienstag kam aus Österreich die Nachricht vom Ausfall. „Jetzt ist der Knappenman das Highlight des Jahres“, sagt der Kamenzer. Es klingt nach Notnagel, aber ist nicht so gemeint. Schließlich, sagt er tatsächlich, sei einst am Knappensee „der Triathlon-Virus übergesprungen“.

Als 15-Jähriger startete er erstmals in Groß Särchen – 1999 in der Staffel mit seinen Brüdern Patrick und Christian. Seither versuche er immer, sich das letzte August-Wochenende für daheim frei zu halten.

Thomschke erzählte das gestern am Dreiweiberner See, wo am letzten August-Wochenende ein Knappenman stattfinden soll, „der in diesem Jahr ein ganz besonderer sein wird.“ So sagt das Janine Hattliep vom veranstaltenden Sportbund Lausitzer Seenland – Hoyerswerda. Der Dachverband der örtlichen Sportvereine hatte gestern Journalisten nach Weißkollm eingeladen, um über den Wettbewerb zu informieren.

Erst am Montag war vom Gesundheitsamt des Kreises Bautzen grünes Licht für das neunseitige Hygienekonzept (siehe TAGEBLATT vom 30. Juli) erteilt worden. Damit wird es zum Beispiel keine Zuschauer geben. Sogar der Weißkollmer Strand wird während des Wettkampfes gesperrt. Der Start soll in Gruppen vonstatten gehen statt im Gesamt-Feld, und die Kinder-Wettbewerbe fallen ganz aus. Es gibt außerdem noch eine ganze Reihe weiterer Vorsichtsmaßnahmen. „Dennoch sind wir froh, unseren Triathlon für unsere Sportler in einem anderen Rahmen durchführen zu können“, heißt es vom Sportbund.

Lebenszeichen der Sportler

Markus Thomschke stimmt zu: „Es ist aus Sportlersicht schön, zu sehen, dass es möglich ist. Wir Sportler wollen gern ein Lebenszeichen senden.“ Das beinhaltet, dass sich für die 32. Knappenman-Auflage sogar acht ausländische Athleten angemeldet haben. Und die Meldelisten sind schon vor ein paar Tagen geschlossen worden. Pro Wettkampftag standen aber maximal auch nur 500 Startplätze zur Verfügung.

Freilich sucht der Sportbund immer noch Helfer. Wegen des nötigen Mehraufwandes werden auch zusätzliche Ehrenamtler an den Strecken und bei der Organisation gebraucht. Thomas Leberecht freut sich auch, weil der Triathlon jedes Jahr Gäste in die Gemeinde bringt; Handel, Gastronomie und Gastgewerbe profitieren.

www.knappenman.de

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