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Der Löwe geht um

Jürgen Bode ist Fan des Großenhainer Fußballvereins. Seit Februar hat er ein Alleinstellungsmerkmal.

"Lio" ist das größte Maskottchen des Großenhainer FV. Und Jürgen Bode einer der treuesten Fans des Landesligisten.
"Lio" ist das größte Maskottchen des Großenhainer FV. Und Jürgen Bode einer der treuesten Fans des Landesligisten. © M.KOST

Großenhain. Im Winter wird er beneidet, im Sommer macht sich auch mal so etwas wie Mitleid breit: Wenn Jürgen Bode sein Kostüm anzieht, fällt er allemal auf. Der 63-Jährige ist Fußball-Fan mit Leib und Seele. Sein Lieblingsverein ist der Großenhainer FV. Woche für Woche steht er am Spielfeldrand, fiebert mit seinem Team mit, freut sich über Siege, ärgert sich über Niederlagen.

Am 10. Februar feierte er mit "Lio" Premiere in der Röderstadt. "Da hab ich das Kostüm zum ersten Mal getragen - beim Turnier der Mannschaften mit behinderten Spielern", erinnert sich Jürgen Bode. "Lio" - das ist ein Löwe, passend zum Fanclub "Großenhainer Löwen". Der ist zwar nicht unbedingt zahlenmäßig groß und übermäßig lautstark - aber dafür ein ungeheuer treues Publikum.

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Nun also mit "Lio". "Ich zieh das Kostüm nur zu den Heimspielen an", sagt Jürgen Bode. Bei den Auswärtsfahrten ist er zwar in der Regel auch dabei, dann aber in zivil. Die Befürchtung, seine Verkleidung könnte bei den Fahrten unnötig verschmutzt oder sogar beschädigt werden, ist ihm zu groß. Wobei er damit ausdrücklich nicht die Fans der gegnerischen Mannschaften meint.

 Im Gegenteil. Beim jüngsten Heimspiel des GFV gegen den SC Borea Dresden waren die Gäste mit einem Trio enthusiastischer Anhänger angereist. "Die haben sich dann mit mir fotografieren lassen", freut sich Jürgen Bode.

Die Idee für das Kostüm ist ihm im vergangenen Jahr gekommen. Löwen-Plüschtiere gehören schon seit Ewigkeiten zu den Utensilien des Großenhainer Fanclubs. Doch ein lebendiger Löwe - den gab es noch nicht. Jürgen Bode ging ins Zabeltitzer Atelier von Kostümverleih und Schneiderei Rosi Golchert. 

"Der Aufwand war gar nicht groß. Wir haben das Kostüm über Katalog bestellt", erzählt die Expertin. Es besteht aus Polyester, sei sehr pflegeleicht. Warm für den Winter, viel zu warm für den Sommer ... Jürgen Bode nickt. Wenn er den Löwenkopf abnimmt, lassen sich die Schweißperlen nicht verheimlichen. Wie hoch die Temperaturen unterm "Fell" sind, hat er aber noch nicht nachgeprüft.

2013, nach seinem Umzug aus Riesa, ist Jürgen Bode irgendwann zu den "Großenhainer Löwen" gestoßen. Die Leidenschaft für das runde Leder "habe ich wohl von meinem Vater geerbt", sagt er und lacht. Nicht nur das gemeinsame Zittern und Mitfiebern, sondern die Gemeinschaft des Fanclubs sind für ihn wichtig.

 Dass das in den harten Corona-Zeiten wegfiel, hat die Enthusiasten demzufolge empfindlich getroffen. "Ja, das war natürlich hart - der Fußball hat gefehlt", blickt Jürgen Bode zurück. Auch "Lio" hatte Pause. Doch Bode gesteht: "Ich bin im Kostüm sogar einfach mal so durch den Stadtpark gelaufen".

Jetzt freut er sich, dass es mit den Landesligaspielen für den Großenhainer FV wieder losgeht. Heißer Start für "Lio" ist am 5. September auf der Jahnkampfbahn. "Ich verstehe ja eigentlich gar nicht viel von Fußball", sagt Jürgen Bode und lächelt. Aber für die Jungs von Trainer Steve Dieske hofft er, dass sie nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Und persönlich wünscht er sich, dass die Mannschaft mehr aus der zweiten Reihe schießt und "den Ball nicht immer ins Tor tragen will".

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