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Der Maler als Koch

Roland Schwenke, Ehrenmitglied des Fördervereins, brachte diesmal nicht nur Gemälde aufs Schloss mit.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Wer am Sonntag zum Schlossfrühling zum ersten Mal auf Lauterbach war, muss gedacht haben, dass das Schloss Barone und Adlige, vorzugsweise aus Italien, magisch anzieht. Und in gewisser Weise stimmt das auch. Diesmal war es ein neues Kindergemälde von Fördervereins-Ehrenmitglied Roland Schwenke aus Dresden, dessen Enthüllung 27 Nachfahren der einstigen Schlossherren, derer von Palm, nach Lauterbach brachte. Darunter elf Kinder.

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Die drei Brüder Ferdinand, Hermann und Heinrich von Ehrenstein-Rouvroy sind Barone und Urenkel der beiden Mädchen, die da auf dem neuen Ölgemälde zu sehen sind. Anna und Helene von Palm waren fünf und sechs Jahre alt, als sie 1856 vor dem Schloss porträtiert wurden. Das Originalgemälde hängt bei Baron Ferdinand in Limone am Gardasee. Hochland-Canaletto Roland Schwenke aus Dresden ist extra nach Italien gereist, um davon Fotos für seine Neuschöpfung zu machen. Trotz der Kopie ist tatsächlich auf dem neuen Mädchenporträt der Schlosspark – im Gegensatz zum Original – ausführlich abgebildet. „Wir sind gekommen, um das Bild lebendig zu machen“, sagte nun der schon weißhaarige Baron Ferdinand von Ehrenstein-Rouvroy. Und das war selbst für den rührigen Lauterbacher Förderverein eine Überraschung: Ferdinands Töchter Elena (9) und Liliana (7) waren genauso angezogen, wie die Mädchen auf dem Ölgemälde. Als sie davorstanden, staunten alle über die verblüffende Ähnlichkeit. Schwenkes Arbeit hat noch einen weiteren Vorzug: Sie zeigt das Schloss vor dem Umbau, der 1865 erfolgte. Damals wurde eine dritte Etage aufgesetzt – so wie wir das Gebäude heute kennen. Mit großem Interesse beschauten sich deshalb die zahlreichen Besucher von Schlossfrühling und Tag der Parks und Gärten das großformatige, farbenfrohe Gemälde. Es ist das fünfte Bild von Roland Schwenke, das im Gartensaal von Schloss Lauterbach zu sehen ist.

Ein Sechstes und Siebentes kamen für die Schlossherrengalerie am Sonntag jedoch bereits hinzu. Feierlich enthüllt wurden auch die Porträts weiterer Palms, der vierten Generation auf Schloss Lauterbach: Carl Jonathan Freiherr von Palm und Gemahlin Franziska. Sie sind die Eltern des modebewussten Carl Jonathan, der mit seiner Philippine bereits im Schloss hängt. Die beiden, von Hofmaler Johann Philipp Bach 1790 bereits in Öl gemalt, sind allerdings dunkler gehalten. Es waren Schwarz-Weiß-Fotos und nur einige Hinweise, die der talentierte Schwenke als Vorlage hatte. Dass der Hochland-Canaletto noch mehr kann, als malen, bewies der Dresdner ebenfalls am Wochenende. Der gelernte Koch zauberte für die hochkarätigen Ehrengäste aus Italien einen ganzen Wok voller Chinapfanne. Denn die Ehrenstein-Rouvroys aus Italien waren bereits am Sonnabendabend Gäste des Chorkonzertes im Schlosssaal.

Noch einmal zurück zum Kindertag am Sonntag. Wie gelungen die Idee des Fördervereins war, am 1. Juni Kinder in den Mittelpunkt des Schlossfrühlings zu stellen, zeigt die große Resonanz unter Familien. Nicht nur aus Italien waren Palm-Urururenkel auf Schloss Lauterbach, sondern auch aus München die Zwillinge Romy und Lilian, aus Dresden vier Kinder der Janckes und ein Mädchen aus Göttingen. Der Ruf ereilte sogar Familie von Bünau aus Meißen, Nachfahren der einstigen Schlossbesitzer von Weesenstein. Nach ihnen besaßen die Palm-Ehrensteins dieses Schloss. Die Bünaus hatten ihre beiden Töchter Isabell (10) und Amelie (11) mitgebracht, hübsch zurechtgemacht im Kleid und mit Sommerhut – ganz wie Anna und Helene von Palm auf dem Porträt im Gartensaal.

Nächste Veranstaltungen: 5. September nachmittags Musik an den Höfen des Meißnischen Landadels, 14. September ab 10 Uhr Tag des offenen Denkmals, Eintritt frei.