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Der Maler Manfred Beyer ist tot

Wenn man mit Manfred Beyer im Gespräch war, dann führten seine Hände immer eine Art Eigenleben. Er benutzte sie, um einen wichtigen Satz zu unterstreichen. Er erklärte in großen Gesten, was er mit einem Bild aussagen will.

Wenn man mit Manfred Beyer im Gespräch war, dann führten seine Hände immer eine Art Eigenleben. Er benutzte sie, um einen wichtigen Satz zu unterstreichen. Er erklärte in großen Gesten, was er mit einem Bild aussagen will. Und irgendwie schlug er auch mit den Händen den Takt zu irgendeiner Melodie, die nur er selbst hörte. Manfred Beyer spielte nebenher auch ein wenig Gitarre.

Vor allem aber war er ein Maler aus Leidenschaft. Einer, der sein künstlerisches Credo so oft und so intensiv wie möglich an den künstlerischen Nachwuchs weitergab. Die Zahl der Jungen und Mädchen, die bei ihm das Malen und das Zeichnen lernten, ist Legion. Nun aber hat Manfred Beyer Pinsel und Bleistift für immer zur Seite legen müssen. Der Maler, Grafiker und Kunsterzieher starb am 4. April in seinem Weinböhlaer Zuhause. Er wurde 76 Jahre alt.

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Er gründete die Jugendkunstschule

Manfred Beyer wurde am 10. Dezember 1937 in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt geboren. Schon in seiner Schulzeit bemerkten die Lehrer seine außergewöhnliche Affinität zum Malen und Zeichnen. Das prägte seinen Berufswunsch. Er bewarb sich an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste und studierte dort von 1957 bis 1963 bei namhaften Professoren wie Gerhard Kettner und Claus Weidensdorfer.

Er blieb nach dem Studium in Sachsen und arbeitete hauptberuflich als Kunsterzieher in Radebeul. Mit der politischen Wende 1989/90 und der Wiedervereinigung wollte Manfred Beyer einen seiner uralten Wünsche realisieren. Er gründete mit Gleichgesinnten die Jugendkunstschule des Landkreises Meißen, die über acht Jahre hinweg junge Leute an die bildende Kunst heranführte. Leider wurde das interessante Experiment ein Opfer politischer Ränkespiele. 2001 wurde die Jugendkunstschule geschlossen und Manfred Beyer zog sich ins Privatleben zurück. Nun zeichnete, malte und druckte er in seinem Atelier und öffnete dieses regelmäßig vor Feiertagen für Kunstinteressierte.

In der so reich besetzten Sparte der bildenden Kunst im Landkreis Meißen aber hinterlässt Manfred Beyer eine große und schwer zu schließende Lücke. (wz)