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Der Meister bleibt cool

Der Dresdner SC verteidigt mit einem Sieg in Aachen seine Spitzenposition vor den Play-offs. Nun wird der Gegner ermittelt.

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© Robert Michael

Von Michaela Widder

Plötzlich standen zwei Siegerteams auf dem Feld: Die Dresdner Volleyballerinnen hatten soeben das letzte Spiel in der Bundesliga-Hauptrunde bei den Ladies in Black Aachen mit 3:0 (25:19, 25:22, 25:16) gewonnen. Doch auch der Verlierer fühlte sich Minuten nach der Partie eher als ein Sieger. Denn eigentlich hatte Aachen als Elfter die Pre-Play-offs verpasst, eine Nachricht der Liga veränderte jedoch auf einmal die Situation und Stimmung in der Halle.

Aufsteiger Straubing hat nämlich am letzten Spieltag wegen Verstoßes gegen die Lizenzierungsauflagen sechs Punkte abgezogen bekommen. Damit rutscht das bayerische Team noch von Platz acht auf elf ab, die davon profitierenden Aachener verbessern sich auf den entscheidenden zehnten Rang und könnten damit noch einmal Gegner der Dresdnerinnen werden. Doch zunächst treffen sie in den Pre-Play-offs auf Potsdam, im zweiten Duell stehen sich Hamburg und Köpenick gegenüber.

Wer letztlich der Gegner für den DSC im Viertelfinale wird, steht spätestens am 16. März fest. Es dürfte die Mannschaft von Alexander Waibl im Moment aber eher noch nicht interessieren. Gut zu wissen: Gegen all diese Teams hat der deutsche Meister in dieser Saison schon gewonnen.

Dresden startet am 19. März, 17.30 Uhr, mit einem Heimspiel in die entscheidende Saisonphase. Am wichtigsten war dem Team die Spitzenposition in der Liga, um beim Modus „best of three“ und im Finale „best of five“ im Falle der Fälle immer ein Heimspiel mehr zu haben. Der 20. Saisonsieg am Samstag sicherte dem Team nun diesen Platz. „Ich bin sehr froh, dass wir in drei Sätzen gewonnen haben, denn ich habe eine wesentlich härtere Partie erwartet“, sagte Michal Masek, der den erkrankten Waibl erneut vertrat.

Späte Auszeit zeigt Wirkung

Der Slowake blieb an der Seitenlinie ziemlich cool – auch, als sein Team im zweiten Satz einmal deutlich zurücklag. Erst beim Stand von 12:19 nahm er die erste Auszeit. Die zeigte aber Wirkung, der DSC startete eine Aufholjagd, schaffte beim 20:20 den Ausgleich. Mittlerweile waren Lisa Izquierdo und Louisa Lippmann eingewechselt worden, die in der etwas schwierigen Phase erfolgreich punkteten. Die Annahme wurde besser, die Angriffe effektiver. Im dritten Durchgang waren es dann vor allem die teilweise extrem langen Ballwechsel (11:9, 17:14), die der DSC für sich entschied und damit dem Außenseiter jegliche Hoffnung nahm, dass die Partie doch noch länger dauern könnte. Zur wertvollsten Spielerin zum siebenten Mal in dieser Saison wurde US-Angreiferin Michelle Bartsch gewählt, die mit 18 Zählern auch erfolgreichste Punktemacherin war.

„Wir freuen uns, dass wir als Erster in die Play-offs gehen können“, meinte der Slowake Masek, „und dass wir nun einige Tage Pause haben. Die brauchen unsere Spielerinnen dringend nach diesem harten Programm.“ Einige nutzen den Kurzurlaub und sind nach Hause gefahren. Lisa Izquierdo, die Kanadierin Jennifer Cross und die US-Amerikanerin Whitney Little waren am Sonntag der Dynamo-Einladung gefolgt und präsentierten den knapp 27 000 Zuschauern vor dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers den Pokal, den sie vor einer Woche in Mannheim gewonnen hatten.

Die Vorbereitung auf das Double startet am Donnerstag. Wer sich die möglichen Finalpartien schon mal im Kalender notieren möchte, muss sich noch gedulden. Die Entscheidung über die endgültige Terminierung fällt die Liga in den nächsten Tagen.