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Weißwasser

Der nächste Einsatz kommt gewiss

Für die Schleifer Feuerwehr, die ihren 95. Geburtstag feiert - und hoffentlich bald den Spatenstich fürs neue Gerätehaus.

Das alte Feuerwehrgerätehaus der Schleifer Wehr.
Das alte Feuerwehrgerätehaus der Schleifer Wehr. © Sabine Larbig

Pro Jahr im Durchschnitt 35-mal musste die Freiwillige Feuerwehr Schleife im vergangenen Jahrzehnt ausrücken. Mit 21 Einsätzen war 2019 daher ein vergleichsweise „gutes Jahr“, wie es Ortswehrleiter Mario Klar bezeichnete. Und dies trotz der großen Trockenheit. Das zeige, dass sich die Bürger in ihrem Alltag verantwortungsbewusster verhalten. Wie aus seinem Bericht auf der Jahreshauptversammlung hervorging, war die Mehrheit der zehn Brände Feldbrände in der Erntezeit. Elf Einsätze weist die Statistik wegen technischer Hilfeleistungen aus – etwa bei Sturmschäden mit umgekippten Bäumen, Verkehrsunfällen mit leichten bis größeren Schäden oder auch Tragehilfen. Vor allem für jüngere Kameraden stelle sich dabei mitunter die Frage, wie weit sie selber gehen, was sie ertragen und womit sie umgehen können, erklärte Mario Klar.

Um der Aufgabenvielfalt gerecht zu werden, sei es deshalb ein Muss, sich regelmäßig aus- und fortbilden zu lassen. 2019 standen 22 Dienste an, auch wurde wieder eine gemeinsame Ganztagsausbildung durchgeführt. Rechnet man noch Ausbildungen auf Kreis- und Landesebene hinzu, stehen alles in allem 1.246 Ausbildungsstunden zu Buche, davon 876 im Gerätehaus Schleife. Rein rechnerisch macht das in etwa 40 Stunden pro Kamerad.

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Zusätzliche Stunden verbrachten die Kameraden der Schleifer Wehr bei der Ausbildung für den Katastrophenschutz, bedingt durch ihre Zugehörigkeit zum Löschzug Wald und zum 1. Löschzug Retten des Freistaats Sachsen. Auch 2020 nehmen sie diese Aufgaben wahr. Dafür stellt ihnen das Land zwei Fahrzeuge zur Verfügung.

Mit Stiftungsmitteln konnte Ausrüstung beschafft werden: Schläuche, Kübelspritze, Verteiler und Strahlrohre für die Jugendfeuerwehr sowie Schwimmwesten, eine Sichtschutzwand und ein Umweltkoffer für die Kameraden im aktiven Dienst. Auch gab es einen Zuschuss zum Erwerb des Führerscheins. Die Atemschutzgeräteträger erhielten neue Bekleidung.

Erfolgt in diesem Jahr noch der erste Spatenstich?

Für den Neubau des Gerätehauses wurden nach den Worten des Ortswehrleiters die Weichen gestellt. „Das Grundstück wurde gekauft, der Fördermittelantrag wurde fristgerecht gestellt und laut Angabe des Landkreises Görlitz in die Prioritätenliste als vorrangig aufgenommen. Somit steht einem Bauantrag nichts im Wege“, erklärte Mario Klar, der mit CDU-Mandat im Gemeinderat sitzt. In diesem Jahr könnte der erste Spatenstich erfolgen, was für die Kameraden der Schleifer Feuerwehr ein besonderer Höhepunkt wäre.

Eine solchen erlebten sie bereits am 24. Januar, zusammen mit der Sanitätseinheit des Katastrophenschutzes Weißwasser. In Dresden übergab ihnen der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, kurz HLF.

Auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Schleife wurden Luisa Heinze, Maurizio Muschalek, Richard Roßberg, Daniel Krauz, Clemens Hansen, André Thinius und Henry Schmidtke befördert. Dazu gab es Blumen und die besten Wünsche von Wehrleiter Mario Klar.
Auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Schleife wurden Luisa Heinze, Maurizio Muschalek, Richard Roßberg, Daniel Krauz, Clemens Hansen, André Thinius und Henry Schmidtke befördert. Dazu gab es Blumen und die besten Wünsche von Wehrleiter Mario Klar. © Joachim Rehle

Die Freiwillige Feuerwehr Schleife hat 36 Kameraden im aktiven Dienst sowie 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die durch Clemens Hansen und André Thinius spielerisch an Aufgaben künftiger Feuerwehrleute herangeführt werden. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören 21 Kameraden an. „Öffentlichkeitsarbeit, Nachwuchsgewinnung, Sensibilisierung von Arbeitgebern im Ort und das Mitwirken unserer Gemeinde bei der Besetzung von eigenen Planstellen mit Feuerwehrangehörigen wirken sich positiv aus“, erklärte Mario Klar in seinem Resümee. Dennoch sei es wichtig, „dass noch mehr Bürger und Arbeitgeber über Mitgliedschaften nachdenken“. Denn selbst das modernste Löschfahrzeug könne ohne Personal kein Feuer löschen.

„Wenn die Sirene heult und der Melder vibriert, werden die Kameraden von einer Sekunde auf die andere aus dem normalen Alltag gerissen, um einer Aufgabe nachzukommen, der wir uns alle verpflichtet haben“, sagte er. Das werde auch 2020 so sein. Denn, so der Ortswehrleiter: Die nächsten Einsätze kommen, der Ausbildungsplan steht, der Veranstaltungsplan ebenso. Und 2020 feiert die Wehr ihren 95. Geburtstag.